LUEMBURG
PW

Der Verbrauch von Medikamenten wird ständig überwacht, um Engpässe zu vermeiden

Wie sieht es mit der Medikamentenversorgung in Zeiten der Covid-19-Krise aus, lautet im Kern die gemeinsame parlamentarische Anfrage der beiden adr-Abgeordneten Jeff Engelen und Fernand Kartheiser.

Beide berufen sich auf die Aussage eines Professors in einer luxemburgischen Tageszeitung, wonach im Rahmen der Krise bald (Stand Anfang April) mit einem deutlichen Mangel an experimentellen Medikamenten gegen Covid-19 zu rechnen sei. Die adr-Abgeordneten nehmen das zum Anlass, nach der allgemeinen Versorgung mit Medikamenten zu fragen. Berichte über Lieferengpässe aus überseeischer Produktion hätten zu Unruhe unter der Bevölkerung geführt.

Im Detail wollten Engelen und Kartheiser wissen, ob es zu einem Mangel an Medikamenten kommen kann, und wenn, welche dann betroffen sind? Welche Präventionsmaßnahmen habe die Regierung getroffen? Gibt es Verhaltensregeln für Patienten und medizinisches Personal bei einem Medikamentenmangel?

Ständige Kontrolle

Gesundheitsministerin Paulette Lehnert schließt nicht aus, dass es durch die Corona-Krise selbst zu Engpässen kommen kann, etwa durch Quarantänemaßnahme und verordnete Betriebsschließungen bedingte Unterbrechung der Lieferkette. Im Rahmen der Krise sei es auch zu einem erhöhten Bedarf an anderen Medikamenten gekommen, die als wichtig eingestuft werden und deren Bestand daher auch von Gesundheitsbehörden und Kliniken überwacht wird. Täglich werde eine Bestandsaufnahme der „kritischen“ Medikamente vorgenommen, aufgrund des Verbrauchs erfolge eine Bedarfsschätzung für die Zukunft. Zur Absicherung gibt es eine ständige Abstimmung mit den belgischen Gesundheitsbehörden, außerdem stehe noch der Weg offen, auf andere Lieferländer auszuweichen.

Der Verbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten in den Apotheken wird de facto ständig erfasst. Bei den frei verkäuflichen Präparaten ist darauf zu achten, dass es zu keinen Hamsterkäufen kommt. Daher wurde der Verkauf bestimmter freiverkäuflicher Medikamente durch das Gesundheitsministerium mit einem Erlass vom 16. März auf die kleinste handelsübliche Menge beschränkt.