LUXEMBURG
CATHERINE NOYER

Wie ich auf den Stubentiger kam - Bekenntnisse eines Dosenöffners

Weshalb ich Katzen halte? Allein schon, um den Artikel zu schreiben, muss ich meine Computermaus unter meinem Kater „Coco“ hervorziehen, sonst wird das nichts. Dann springt Kater „Lou“ mir auf den Schoß und macht es sich gemütlich. Noch Fragen weshalb ….?

Das Ganze hat vor rund fünfzig Jahren angefangen, als meine Mutter eine Maus im Keller entdeckte. Einen Stubentiger als Mäusefänger zu engagieren – na ja, unsere Katze machte es sich eher auf der Couch gemütlich. Aber ein Anfang zur Katzenhaltung war gemacht!

Als später der erste Siamkater im Haus einzog, war es um mich geschehen. Die blauäugigen, eleganten Katzen (es folgten noch mehrere Generationen) hatten es mir angetan und hatten mich fest im Griff. Den Spruch „Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal“ unterschreibe ich direkt, denn eine Katze erziehen – den Versuch muss man sich nicht erst antun, denn sie verstehen es exzellent, ihren „Dosenöffner“ zu erziehen. Und wenn ich etwas hätte erziehen wollen, dann wäre ich auf den Hund gekommen …

Irgendwann gehörten die diskreten Samtpfoten einfach dazu, verstehen es im richtigen Moment zu schnurren, zu kuscheln oder einfach nur präsent zu sein. Zudem brauchte ich Modelle für meine Katzenkunst, denn ich begann die Bewegungen meiner eleganten Siamesen als Radierung festzuhalten, und das mittlerweile seit weit über dreißig Jahren.

Ohne Katze geht gar nichts, es fehlen das Getrappel auf der Treppe und die zerknüllten Teppiche im Flur. Und ohnehin wäre es langweilig, wenn nicht jemand die Computermaus durch die Gegend schießt, den Sessel zerkratzt, die Bergpalme als Katzengras benutzt, die Fleischverpackung durch das Haus zieht oder die Fischhaut aus dem Müll fischt…  Wie war das mit „Weshalb ich Katzen halte?“