LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Keine Umgehungsstraßen für Hoscheid-Dickt und Weiswampach - Natura 2000 bremst N10

Der Norden des Großherzogtums scheint wirklich zu fürchten, in Sachen Straßenbau abgehängt zu werden. Anders ist es kaum zu verstehen, dass es parlamentarische Anfragen zu dem Thema nur so hagelt. Das Thema scheint so interessant zu sein, dass sich selbst ein Abgeordneter aus dem tiefen Süden damit befasst.

Mit dem Ausbau der N7 um den Kreisel Fridhaff hatte sich schon eine Frage der beiden Nordabgeordneten der DP, André Bauler und Eddy Mertens, befasst, die die Idee für einen Bypass ins Gespräch bringen wollten.

Keine Umgehungsstraßen für Hoscheid-Dickt und Weiswampach

Gast Gibéryen, Abgeordneter der ADR, aus Frisingen im Wahlbezirk Süden, beschäftigte Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch nun ebenfalls mit dem Thema N7. Zunächst bemerkte er, dass im Bereichsplan Transport Umgehungsstraßen für die Ortslagen Hosingen und Heinerscheid vorgesehen sind, allerdings keine für die Ortschaften Hoscheid-Dickt und Weiswampach.

Konkret wollte Gibéryen nun wissen, ob die Umgehungsstraßen für Hosingen und Heinerscheid vierspurig ausgebaut werden. Falls nicht wollte er die Begründung des Ministers erfahren. Im Weiteren wollte der ADR-Abgeordnete wissen, ob für die Ortslagen Hoscheid-Dickt und Weiswampach langfristig Umgehungsstraßen geplant sind. Falls ja, wollte er Auskunft über deren Planung. Über die eigentliche Fragestellung hinausgehend, stellte Minister Bausch die von der Regierung geplanten Sicherheitsmaßnahmen auf der N7 noch einmal vor: Verbreiterung auf zwei plus eins Spuren nach Normmaßen, Vermeidung von niveaugleichen Kreuzungen, Reduktion der Auffahrten, Ausbau des lokalen Straßennetzes und Bau der Umgehungsstraßen für Hosingen und Heinerscheid , entsprechend dem Bereichsplan Transport und dem Verkehrskonzept Modu. Laut Minister Bausch werden auch die Umgehungsstraßen der beiden Orte nach dem System zwei plus eins ausgebaut. Entsprechend dem Verkehrsaufkommen reiche dies völlig aus. Für mögliche Umfahrungen von Hoscheid-Dickt und Weiswampach gibt es nicht einmal Vorprojekte oder Überlegungen. Die Priorität der Politik liege auf den beiden schon beschlossenen Umgehungen.

Deutlich delikater ist die Frage des DP-Abgeordneten André Bauler, diesmal zum Ausbau der N10 zwischen Dasburg und Marnach. Der Regierung sind, nach Angaben von Bauler, Ausgaben in Höhe von drei Millionen Euro für die Instandsetzung dieses Streckenabschnitts zugesprochen worden. Von Minister Bausch wollte Bauler nun wissen, wie weit das Projekt gediehen ist und ob schon ein Zeitpunkt für den Abschluss der Arbeiten genannt werden kann.

Durchs Vogelschutzgebiet

Die Antwort von Bausch dürfte ihn nicht gefreut haben, denn der vorgesehene Ausbau muss noch vom Umweltministerium genehmigt werden. Konkret sieht die Situation so aus, dass die N10 auf dieser Strecke sowohl eine Natura-2000 Zone, Tal der Our zwischen Ouren und Wallendorf-Pont, und als auch ein ausgewiesenes Vogelschutzgebiet, Tal der Our zwischen Lieler und Dasburg, durchschneidet. Die für die Ausbauarbeiten nötigen Genehmigungen seien beim Umweltministerium angefragt worden. Im August habe die Umweltministerin weitere detaillierte Auskünfte verlangt, etwa über die möglichen Einflüsse des Bauvorhabens und eine Liste der davon betroffenen Biotope.

Die dazu nötigen Untersuchungen würden zurzeit vorgenommen und könnten bald fertiggestellt und bei der Umweltverwaltung hinterlegt werden. Seiner Meinung nach könnten die Arbeiten 2015 beginnen. Zurzeit werde geprüft ob nicht Recyclingverfahren zum Einsatz kommen können, die eine Wiederverwendung direkt vor Ort ermöglichen.

Zu einem möglichen Termin für das der Bauarbeiten gab Minister Bausch keine Auskunft.