PASCAL STEINWACHS

Da sind dem „Wort“ am Sonntagabend aber vor lauter Begeisterung ganz gehörig die Gäule durchgegangen, schlagzeilte die Erzbistumszeitung, die sogar extra einen Redakteur nach Berlin entsandt hatte, doch auf ihrer gestrigen Titelseite hemmungslos mit „Triumpf für Merkel. Absolute Mehrheit für die Union“, nur um dann im eigentlichen Artikel kleinlaut festzuhalten, dass die Union „im Fall einer - knappen - absoluten Mehrheit der Sitze für die CDU/CSU (die zu Redaktionsschluss knapp verfehlt wurde)“ allein regieren könnte. Da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens.

Premierchef Juncker stellte dann auch in selbiger Zeitung „mit zustimmender Freude“ den CDU/CSU’schen Wahlsieg fest, bemerkte aber gleichzeitig, „dass man aus dem deutschen Wahlresultat keinerlei Schlussfolgerungen für das Luxemburger Wahlresultat in einem Monat ableiten“ könne.

Eine Dreierkoalition kommt für Juncker indes unter keinen Umständen in Frage, wie er am Sonntag in der ersten Elefantensendung im TV angab, derweil LSAP-Boss Bodry das Dreierdings gestern in einem Radiogespräch unerhört klar bevorzugte. Wer einen flotten Dreier will, der dürfte nun definitiv wissen, was er zu tun hat...