LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Bluttransfusionen: 2019 wurden 275 Mal Nebenwirkungen gemeldet

Blutspenden retten Leben. Doch bei der Transfusion dieses „flüssigen Organs“ kann es gelegentlich auch zu ungewünschten Nebenwirkungen oder Komplikationen kommen. Im Jahr 2018 erhielten in luxemburgischen Krankenhäusern 4.610 Patienten mindestens eine Bluttransfusion. Bei 27 Empfängern gab es 2019 (bis zum 30.11) Probleme oder Nebenwirkungen. Das geht aus der gemeinsamen Antwort von Gesundheitsminister Etienne Schneider und Sozialversicherungsminister Romain Schneider (beide LSAP) auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Abgeordneten Josée Lorsché hervor. Häufiger waren indes Nebeneffekte bei den Spendern. 248 Komplikationen werden hier im vergangenen Jahr in den Statistiken des „Centre de Transfusion Sanguine“ (CTS) aufgeführt. Die mitgelieferte Tabelle, die die Entwicklung der Nebenwirkungen seit zehn Jahren nachzeichnet, muss man allerdings mit Vorsicht genießen. Denn der darin vermerkte sprunghafte Anstieg von Nebenwirkungen bei Spendern von 109 (2015) auf 175 (2016) beziehungsweise 289 (2017) sei in erster Linie auf die Umstellung auf ein neues informatisches System zurückzuführen, heißt es auf „Journal“-Nachfrage aus dem CTS. Demnach wird seit 2016 die Erfassung von Beschwerden strenger gehandhabt.

Häufigste Nebenwirkung: Schwindelgefühl

In den meisten Fällen meldeten Spender ein leichtes oder moderates Schwindelgefühl (234 im Jahr 2018) bei der Blutabnahme. Auf Seiten der Empfänger wurden häufig eine Hyperthermie oder Schüttelfrost gemeldet, die allerdings nicht unbedingt auf das transferierte Blutprodukt oder die Transfusion an sich zurückzuführen sind. Auch allergische Reaktionen sind bei der Zufuhr von körperfremden Blut möglich.

2018 waren in Luxemburg 13.697 Menschen als Spender für Blut, Plasma oder Blutplättchen eingetragen. 22.486 Blutspendebeutel füllten die Mitarbeiter des Blutspendezentrums des Roten Kreuzes 2018 ab.

Mit ihrer parlamentarischen Anfrage wollte die Fraktionsvorsitzende von „déi gréng“ wissen, wie es im Zusammenhang mit Komplikationen bei Bluttransfusionen um die im Koalitionsabkommen beschriebenen Pläne für einen Entschädigungsfonds steht, den bereits das Regierungsprogramm in Aussicht stellte. Im Koalitionsabkommen von Blau-Rot-Grün heißt es dazu: „Um die Rechte der Patienten geltend zu machen und ihre Interessen bei Zwischenfällen oder Schäden infolge der Gesundheitsversorgung zu wahren, wenn kein medizinischer Fehler vorliegt, wird ein Entschädigungsfonds des therapeutischen Risikos geschaffen und auf Grundlage des Modells der Quadripartite finanziert werden. Ein solcher Fonds wird in Abstimmung mit allen beteiligten Akteuren geschaffen werden. Die Möglichkeit, den Fonds an einen im Ausland bestehenden Fonds anzuschließen, soll ebenfalls analysiert werden.“ Definitiv beantworten können die LSAP-Minister die Frage der Deputierten nicht. „Die Abdeckung möglicher Komplikationen bei einer Bluttransfusion (…) ist eine Option unter vielen“. Eine Entscheidung habe das Gesundheitsministerium noch nicht getroffen.

Im Falle von Komplikationen infolge einer Bluttransfusion können sich Patienten übrigens, bevor sie den juristischen Weg einschlagen, an den Gesundheitsmediator wenden.

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