CLAUDE KARGER

Was nicht alles umgehend zerfließt in diesen Tagen. Das Vanilleeis in der Hand, die Butter auf dem Brot, der Belag auf den Straßen, die Solidarität in der EU, die Wählerzufriedenheit... Glaubt man den Umfragen, würde die Sitzzahl von Blau-Rot-Grün im Parlament von einst 32 auf 25 Sitze abschmelzen, würde am Sonntag gewählt. Besonders für DP und LSAP würde es eine gehörige „Watsche“ geben, wie das „Wort“ schreibt, das übrigens bereits eine Regierungsumbildung wittert, da auch der Rückhalt für die Wohnungsbau- und Kulturministerin dahinschmelze. „Für Blau-Rot-Grün kann es noch schlimmer kommen“, meint derweil das Orakel aus der Escher Kanalstrasse, das sein Editorial für den Tag nach den nächsten Parlamentswahlen offensichtlich schon in der Schublade liegen hat. „Luxemburg, das hätten die Verlierer wissen können, lässt sich nicht von oben herab regieren“, heißt es da, „sogar Juncker musste letztlich deswegen ins Brüsseler Exil: Er war zum „Chef“, zum Alleinherrscher geworden, was nicht nur seine Gegenspieler, sondern sogar die eigenen Reihen gegen ihn aufbrachte“. 2018, könnte die CSV ihren größten Erfolg feiern, „ohne dafür den kleinen Finger geregt zu haben“, „wischen wir die Träne weg, die uns wegen der vertanen Chance kam“. Aber sicher will niemand in den Regierung den „t“-Leitartikler weinen sehen, nicht wahr?