LUXEMBURG
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Der hauptstädtische Gemeinderat besprach die Schulorganisation 2019-2020

Im Gemeinderat der Hauptstadt nahmen gestern neun Redner Stellung zu der am vergangenen Freitag vom Schöffenrat vorgelegten Schulorganisation. Kritik gab es dabei wenig, dafür aber einige Fragen. So will Héloïse Bock (DP) am nächsten Freitag genauere Informationen zur Hausaufgabenhilfe, und vor allem zur Frage, ob die Stadt selber denn nun keine solche mehr organisieren könne? Sie bedauerte auch, dass den Eltern, die ihre Kinder für ein „Foyer scolaire“ anmelden möchten, keine Informationen über den Tagesablauf in der Betreuungsstätte zukommen.

Christa Brömmel („déi gréng“) stellte fest, dass die Gemeinde ganz klar weniger Kompetenzen im Schulbereich habe als noch vor Jahren. Auch was die beratende Schulkommission angehe, müsse Klarheit in punkto Zuständigkeiten geschaffen werden. Sie wies darauf hin, dass erneut viele Posten in der Hauptstadt nicht von brevetiertem Lehrpersonal besetzt werden können. Es gelte, die hauptstädtischen Schulen nicht nur für die Eltern und Schüler, sondern auch für die Lehrer untere anderem durch innovative Projekte attraktiver zu gestalten.

Christa Brömmel war die erste Rednerin, die nach dem Fortschreiten der Arbeiten in punkto Ganztagsschule fragte. Ihr schlossen sich Cathy Fayot und Tom Krieps (beide LSAP) an. Beherrschte das Projekt in der Vergangenheit immer mal wieder die Debatte rund um die Schulorganisation, so fand es dieses Jahr in der Vorstellung des Schöffenrates keine Erwähnung. Umso positiver stimmte die Räte, dass es im Herbst endlich in Sachen „Bëschspillschoul“ Ernst wird, und es neben den bereits in einigen Stadtvierteln funktionierenden „Bëschspillschoulklassen“ nun eine ganzwöchig geöffnete Vorschule geben wird, deren Angebot sich nach dem „Journée continue“-Zeitmodell richtet.

Rätin Fayot machte ihrerseits darauf aufmerksam, dass es an Sozialpädagogen fehle. Zwar gäbe es 19 Posten für 19 Schulgebäude in der Hauptstadt, doch handele es sich dabei zum Teil um solche, die nur in Teilzeit besetzt wären, so dass die vielfältigen Bedürfnisse nicht alle gedeckt werden könnten. „Luft nach oben“ gibt es nach Aussagen von Tom Krieps ebenfalls, was den Sport in der Schule oder in der Betreuungsstätte anbelangt. Claude Radoux (DP) fand indes, die Schule solle vor allem dem Unterricht dienen, während Sporttreiben - was sehr wichtig sei - außerhalb der Schulstunden organisiert werden sollte. Er wünschte sich, das vielseitige Dokument zur Schulorganisation würde auch Resultate aufführen, so dass man im Gemeinderat hierüber und über Ziele sprechen könne.

Joël Delvaux („Déi Lénk“) unterstrich unterdessen, die Schule sei nicht nur ein Ort der akademischen Wissensvermittlung, sondern der Begegnung und der Knüpfung von sozialen Beziehungen. In Dänemark, sagte der Rat, gebe es Empathie-Kurse für die Schüler, die so lernten, einander besser zu verstehen. Eine andere, interessante Initiative sei „Klasse - wir singen“ in Deutschland, an der Jahr für Jahr mehr Schüler teilnähmen. Beide Ideen seien eventuell auch in Luxemburg umsetzbar, meinte er.

Die Schulorganisation 2019-2020 wird am kommenden Freitag nochmals auf der Tagesordnung des hauptstädtischen Gemeinderates stehen - und sie wird, so wurde es jedenfalls angekündigt - Zustimmung auf allen Bänken finden. „Déi gréng“ und LSAP werden indes jeweils eine Motion einbringen.