BRÜSSEL
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Eurozone setzt auf Fortschritte bei neuen Gesprächen mit Griechenland

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat sich für die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Griechenland und dessen Kreditgebern ausgesprochen. „Was wir jetzt brauchen, ist ein Neustart“, sagte Dijsselbloem gestern vor einem Treffen der Finanzminister der Eurostaaten. Er hoffe, dass es Fortschritte bei den Gesprächen zur Überprüfung des Hilfsprogramms für das hoch verschuldete Land gebe.

Griechenland ist seit 2010 auf die Unterstützung internationaler Geldgeber angewiesen. Im Sommer 2015 verpflichtete sich die Regierung im Gegenzug für ein drittes Hilfspaket zu weitreichenden Reformen. Danach werden einzelne Kredittranchen nach der Umsetzung bestimmter Reformschritte freigegeben.

Dijsselbloem sagte, der Internationale Währungsfonds habe versichert, sich weiter an den Hilfskrediten für Griechenland zu beteiligen, dessen Schuldenlast bei 180 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung liegt. Allerdings argumentiert der IWF, dass Griechenland seine Ziele bei den Steuereinnahmen nur erreichen könne, wenn ihm Schulden erlassen werden.

Dijsselbloem nicht besorgt über Trumps EU-Abkehr

Der Eurogruppen-Chef sieht eine Abkehr der USA von der EU nicht mit Sorge. Es sei vielleicht „eine gute Sache“, wenn die Europäische Union in den kommenden Jahren mehr auf sich allein gestellt sei, sagte Dijsselbloem. „Vielleicht ist das das, was Europa braucht: auf eine produktivere Art zusammenarbeiten, um seine Probleme zu lösen.“ Er widersprach außerdem Aussagen von Ted Malloch, der als Top-Kandidat für den Posten des US-Botschafters in der EU gilt. Malloch hatte den Kollaps des Euros im kommenden Jahr prophezeit. „Ich höre die Vorhersage jetzt seit vier Jahren“, sagte Dijsselbloem bei der Ankunft zum Eurogruppen-Treffen. Man werde einfach weitermachen wie gehabt.

Heute beraten die EU-Finanzminister indes über wirtschaftliche Ungleichgewichte in Europa. Bei dem Treffen wollen die 28 EU-Minister unter anderem die jüngsten Vorschläge der EU-Kommission für eine expansivere Haushaltspolitik diskutieren.