PASCAL STEINWACHS

Dass hätte sich der Ex-Premierchef wohl nicht in seinen schlimmsten Alpträumen vorgestellt, nämlich dass seine Europapläne nun schon wieder von Deutschmutti Merkel über den Haufen geworfen werden. Erst hatte Frau Kanzlerin Juncker 2009 den EU-Ratspräsidentschaftsposten versaut, nun will sie offenbar schon wieder verhindern, dass dieser, den sie noch im November zu einem „Tête-à-tête“ nach Berlin eingeladen und ihn bei dieser Gelegenheit sogar mit einem hohen Deutschdings ausgezeichnet hatte, irgend einen EU-Spitzenposten erhält. „Der Mann geht ihr mächtig auf die Nerven“, zitierte „Die Welt“ gestern „hohe EU-Diplomatenkreise“.

Dabei hatte Juncker sich noch letzte Woche allerkräftigst mit einem Artikel im „Handelsblatt“ bei seiner politischen Blutsschwester Merkel angebiedert („Die Überzeugungstäterin“), um solcherart seine Jobchancen zu verbessern. Genutzt hat ihm der Artikel jedoch weniger als nichts. Einen „Handelsblatt“-Gastartikel schrob derweil auch Chefdiplomat Asselborn, allerdings noch vor Juncker, und mit dem guten Ratschlag an die Deutschen, doch bitte „die Peitsche“ wegzupacken. Wetten, wenn Juncker das nächste Mal zu Mutti geht, dann nicht ohne Peitsche...