LUXEMBURG
SANDRA VISSCHER

Am heutigen Montag ist der Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, mit dem an das Schicksal von Kindern erinnert werden soll, die zum Kampfeinsatz in Kriegen und bewaffneten Konflikten gezwungen werden.

„In den letzten Jahren hat die Anzahl an Konflikten und Bürgerkriegen weltweit zugenommen, was dazu führte, dass die Rekrutierung und der Einsatz von Kindersoldaten ebenfalls deutlich zugenommen haben: Zehntausende Jungen und auch Mädchen werden weltweit immer noch als Kindersoldaten missbraucht, so beispielsweise auch im Jemen.

Seit 2015 herrscht dort ein Bürgerkrieg. Über 5.000 Kinder wurden bislang getötet oder verletzt. Die Ausweitung des Konflikts führt auch dazu, dass immer mehr Kinder und Jugendliche rekrutiert werden und eine aktive Rolle im Kriegsgeschehen einnehmen müssen. In der Zeitspanne zwischen März 2015 und Dezember 2017 konnte UNICEF 2.369 Fälle von Kindern ermitteln, die als Soldaten und Kämpfer rekrutiert worden sind. Allein im Monat Dezember (2017) haben sich die Fälle von Kinderrekrutierung um 27 Prozent gegenüber November erhöht.

Einer von ihnen ist Ahmed, 17 Jahre. Bevor er rekrutiert wurde, lebte er ein normales Leben. Das änderte sich schlagartig. Einige seiner älteren Freunde, die sich bereits dem Kampf angeschlossen hatten, machten Druck auf ihn, mitzukommen. Ein Jahr lang erfüllte er verschiedene Rollen: An den Tagen, an denen er nicht als Kämpfer gebraucht wurde, half er als Koch, Träger oder Wachposten aus. Ahmed sagt aus, dass es keine Momente mehr gab, wo er Kind sein konnte.

Solche Erfahrungen führen zu tiefgreifenden körperlichen und emotionalen Schäden. „Nachdem mein Freund getötet wurde, bin ich krank geworden und sie gaben mir eine Auszeit, damit ich in Behandlung gehen konnte.“ Dort traf Ahmed auf den Mitarbeiter einer von UNICEF unterstützten Organisation, die sich für die Stärkung von Jugendlichen einsetzt und ihnen Zugang zu grundlegenden Diensten gewährt. Psychologen halfen Ahmed dabei, seinen Schock zu verarbeiten und die fürchterlichen Erinnerungen aus seiner Zeit der Kämpfe hinter sich zu lassen.

Die Rekrutierung von Kindern stellt eine schwerwiegende Verletzung der Kinderechte dar. UNICEF unterstreicht seine Forderung an alle Konfliktparteien, die Kämpfe zu stoppen und eine politische Lösung zu suchen. Alle Konfliktparteien müssen aufhören, Kinder zu rekrutieren. Alle rekrutierten Kinder müssen sofort demobilisiert werden.

UNICEF und seine Partner rufen dazu auf, Hilfe für die Kinder im Jemen ausreichend zu finanzieren. UNICEF schätzt, dass für 2018 insgesamt 252 Millionen Euro benötigt werden, um die dringend erforderliche Nothilfe im Jemen weiterführen zu können. Sie können uns mit einer Spende unterstützen (steuerlich absetzbar) auf das Konto von UNICEF-Luxemburg IBAN LU71 1111 2144 2050 0000 mit dem Betreff „Nothilfe Jemen“ oder online über unsere Homepage www.unicef.lu/yemen.“