LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Vor 25 Jahren wurde die Hauptstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt

Der 17. Dezember 1994 war ein wichtiger Tag für Luxemburg: Die Altstadt und die Festung wurden in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Der Umfang des UNESCO-Status ist aber keineswegs auf ewig festgeschrieben. So steht das Gelände des Mansfeldschlosses, das damals nicht berücksichtigt wurde und mittlerweile erschlossen wird, vor einer Aufnahme in die Zone des Weltkulturerbes.

Es gibt eine UNESCO-Kernzone (ungefähr Altstadt und Rham) und eine große Pufferzone. Die Kernzone umfasst 29,94 Hektar, die Pufferzone ist mit 108,73 Hektar fast vier Mal größer. Zum Weltkulturerbe gehören 2,7 Prozent der Fläche der Stadt Luxemburg, innerhalb dieser Fläche sind fast hundert Bauten als nationales Baudenkmal ausgewiesen. Zu einer Weltkulturerbe-Stätte gehört auch die Vermittlung des Kulturbegriffs für ein breites Publikum, dazu gehören die UNESCO-Promenade und die UNESCO-Radtour. Nicht zu vergessen die elf UNESCO-Schulen.

Vorgestern startete das silberne Jubiläumsjahr „25 Jahre Luxemburg UNESCO-Weltkulturerbe“ ganz offiziell mit der Vorstellung der Replik des „Triumphbogens von Palmyra“ im Hof der Abtei Neumünster – das „Journal“ berichtete.

Simone Beck, die Präsidentin des luxemburgischen UNESCO-Komitees sprach von einem Start in ein großes Jahr für Luxemburg, das auch von der UNESCO selbst gewürdigt werde. Sie erinnerte daran, dass 1994 auch die Völklinger Hütte im Saarland zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Beck betonte, dass das Festprogramm noch nicht abgeschlossen sei, sondern man sich als Institution, Verein und auch als Privatperson noch bis September mit einem eigenen Programmbeitrag anmelden kann. Auch über die sozialen Medien (patrimoinemondial.lu). Beck würdigte auch die Unterstützung des LCTO und von „Luxembourg for tourism.“

Für Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer geht es beim Jubiläumsjahr vor allem darum, das Publikum für den Kulturstandort Luxemburg und die UNESCO-Idee zu begeistern. In dieses Konzept passt für Polfer auch die Einrichtung des „UNESCO Visitor Center“ im Stadtmuseum. Luxemburg sei 1994 noch eine ganz andere Stadt als heute gewesen, der Status als Weltkulturerbe habe das Wachstum der Hauptstadt in keiner Weise behindert. Heute gehöre Luxemburg zu einem Netzwerk von Städten mit dem UNESCO-Label.

Kulturministerin Sam Tanson sieht das Weltkulturerbe-Jahr nicht nur als touristischen Anlass, sondern auch als Vorbereitung für die Zukunft. Ebenso wie Polfer wies die ehemalige Haupstadt-Schöffin darauf hin, dass die Auszeichnung das Wachstum der Stadt nicht behindert hat. Abschließend würdigte sie den Anspruch der UNESCO, mit der Kulturarbeit auch einen Beitrag zum Frieden zu leisten.

Die Minette vor der Ernennung zu einer UNESCO-Biosphäre?

Der nächste luxemburgische UNESCO-Kandidat ist schon in den Zulassungswettbewerb gestartet: Die Minette-Landschaft, das Konglomerat aus Zeugen der industriellen Entwicklung, Gebäuden, Maschinen, Stollen und Tagebaugruben, die zu wahren biologischen Gärten wurden, ist weltweit einmalig. Industriegeschichte und Natur sind eng und untrennbar ineinander verwoben.

Unter der Führung des Raumentwicklungssyndikates PRO-SUD hat man sich offiziell im September bei der UNESCO um den Status eines UNESCO-Biosphärenreservates beworben. Wobei man in den Luxemburg den Begriff „Reservat“ vermeiden will, obwohl er nur die Fläche des UNESCO-Gebietes abgrenzt und keineswegs eine „Käseglocke“ für die Landschaft bedeutet. Bei PRO-SUD spricht man von UNESCO-Biosphäre oder vom UNESCO-Programm „Man and Biosphere“. Die Entscheidung fällt im kommenden Sommer auf der nächsten Versammlung des Vergabegremiums, das 2020 in Nigeria tagt.

Was ist eine Weltkulturerbe-Stätte?

Welterbestätten sind Zeugnisse vergangener Kulturen, materielle Spuren von Begegnungen und Austausch, künstlerische Meisterwerke und einzigartige Naturlandschaften. Ihnen gemeinsam ist ihr außergewöhnlicher universeller Wert, ihre Bedeutung nicht nur für nationale oder lokale Gemeinschaften, sondern für die gesamte Menschheit. Der Schutz und nachhaltige Erhalt dieser Stätten liegt deshalb in der Verantwortung der gesamten Völkergemeinschaft. Die von der UNESCO geführte Liste des Welterbes umfasste in diesem Jahr 1.092 Stätten in 167 Ländern (Rund 840 sind Kulturerbestätten). Es handelt sich um Kulturdenkmäler, Naturstätten und solche, die sowohl dem Kultur- als auch dem Naturerbe angehören.
QUELLE: UNESCO.DE