LUXEMBURG
CARINE BECKER

Nach dem Vorbild der Schweiz fordert Carine Becker in einer Petition die Anerkennung des Heilpraktikerberufs. Die Anerkennung und Rückerstattung bestimmter alternativer Behandlungsmethoden wie Akupunktur, Aromatherapie oder Hypnotherapie könnte nicht nur für viele Patienten eine ernst zu nehmende Alternative zu schulmedizinischen Behandlungen darstellen, sondern zudem auch das Gesundheitssystem entlasten, argumentiert sie im Gesuch mit der Nummer 1196.

„Mit dieser Petition setze ich mich dafür ein, den Heilpraktikerberuf als medizinischen Beruf oder zumindest als Ergänzung zur offiziellen Medizin anzuerkennen. Hintergrund dieser Petition ist eine persönliche Erfahrung. Infolge einer Krebserkrankung wird mein Vater von Ärzten behandelt. Das will ich auch überhaupt nicht infrage stellen. Mich stört allerdings, dass infolge einer kräftezehrenden Behandlung nichts unternommen wird, um den Körper des Patienten wieder aufzubauen.

Hier könnte man nach einer Chimiotherapie beispielsweise mit pflanzlichen Mitteln viel erreichen. Aber auch in meinem Beruf komme ich mit vielen Menschen in Kontakt, die nur Gutes über ihre Erfahrung mit einem Heilpraktiker zu erzählen wissen.

Ich bin der Ansicht, dass jeder die freie Wahl haben sollte, für welche Art der Medizin er sich entscheidet, ohne aber das bestehende System infrage zu stellen. Das heißt, man sollte bei Beschwerden immer noch zuerst seinen Hausarzt aufsuchen, dann aber spätestens bei der Weitervermittlung an einen Spezialisten auch Heilpraktiker in Erwägung ziehen. Zudem gibt es Fälle, in denen Schul- und Heilmedizin Hand in Hand arbeiten könnten.

Wichtig wäre zudem, dass nur Heilpraktiker anerkannt werden, die einen Ausbildungsnachweis erbringen können. In der Schweiz, wo die Ausbildung drei Jahre beträgt, werden Heilpraktiker seit 2015 staatlich geprüft. Dieses Examen wird auch von einem Amtsarzt überwacht.

Meiner Einschätzung nach würde die Anerkennung des Heilpraktikerberufs zu einer Entlastung des Gesundheitssystems führen, sowohl in den Wartesälen wie auch finanziell. Anstatt dass beispielsweise Rückenschmerzen operiert werden, könnte eine Akupunktur- oder bewegungstherapeutische Behandlung, in Kombination mit Muskelarbeit,  geeigneter sein. Bei Menschen mit Magen- und Verdauungsproblemen könnte ein Ernährungsberater in Kombination mit pflanzlichen Präparaten nachhaltigere  Erfolge erzielen als andere Behandlungsmethoden wie Tabletten.

Bei Depressionen, um ein anderes Beispiel zu nennen, könnte ein Sophrologe, der Techniken zur Entspannung und im Umgang mit Stress vermittelt, bessere Erfolge erzielen als Antidepressiva-Pillen.

Eine Anerkennung und Erstattung würde vor allem dafür sorgen, dass die heute teilweise kostspieligen alternativen Behandlungen für die Allgemeinheit erschwinglich würden.

Da immer noch viele falsche Vorstellungen mit dem Begriff alternative Heilmedizin verbunden sind, viele Menschen allerdings auch nicht mit den Vorzügen vertraut sind, müsste neben einer Anerkennung auch die Öffentlichkeit stärker sensibilisiert werden.“

tinyurl.com/Petition1196