DEN HAAG
INGO ZWANK

Europol: 16 Mitglieder der United Tribuns Nomads in Spanien verhaftet

Die internationale Bande United Tribuns Nomads ist dafür bekannt, ihre gewalttätigen Botschaften über soziale Medien zu verbreiten, wo die Mitglieder des Rings mit anderen extremistischen Gruppen in Verbindung stehen. Die Verhaftungen sind Teil einer breit angelegten internationalen Organisation mit weltweit über 1.700 Mitgliedern, die mit Drogenhandel und sexueller Ausbeutung von Frauen in Verbindung stehen.

Finanzierung rechtsextremer Gruppen

Die Struktur dieser Organisation ähnelte der anderer bekannter Biker-Gruppen wie den Hells Angels oder Satudarah: Jedes Mitglied hat eine Rolle und sie passen ihre physische Erscheinung mit Ritualen, Lederwesten, militärischen Aufnähern oder Tätowierungen an, wie die Behörden es beschreiben.

Die durch ihre illegalen Aktivitäten erzielten Gewinne wurden zur Finanzierung rechtsextremer Gruppen, insbesondere von Hooligans und Neonazis, verwendet. Die spanische Nationalpolizei hat in Zusammenarbeit mit dem deutschen Bundeskriminalamt und mit Unterstützung von Europol 16 Personen dieser Gang wegen Drogenhandels in Spanien verhaftet. Die Ermittlungen begannen, als die Polizeibeamten einen Nachtclub auf der spanischen Insel Mallorca entdeckten, in denen einige der Mitglieder in den Sicherheitsteams arbeiteten, und so der Bande halfen, ihre illegalen Drogenaktivitäten zu verdecken. Die Kontrolle des Drogenmarktes in dem Gebiet, in dem sie den Nachtclub eingerichtet hatten, führte zu gewalttätigen Konfrontationen mit anderen kriminellen Drogenhändlern, die auf der Insel tätig waren. Die United Tribuns hätten sich vor zwei Jahren Mallorca als Hauptstandort gewählt. Seitdem hätten die Aktivitäten nach Polizeiangaben stark zugenommen. Im Umfeld des Präsidenten der Gruppierung auf Mallorca seien mehrfach Rauschgifte - synthetische Drogen und Marihuana - beschlagnahmt worden.Die Ermittlungen zeigen, dass die Kriminellen nicht zögern würden, sich als Polizisten auszugeben, um den Handel mit Substanzen durch rivalisierende Banden zu stoppen und die Drogen zu stehlen, wobei sie Gewalt oder Einschüchterung mit mehreren Schusswaffen anwenden. Bei den 18 durchgeführten Durchsuchungen sicherten die Polizeibeamten ein Chemielabor, in dem die Täter Ketamin herstellten.

Mehrere chemische Produkte, die in Mitteleuropa gewonnen wurden, wurden beschlagnahmt. Dank dieser Aktion konnte die Polizei ferner 1,5 Liter einer aus Amphetamin hergestellten Flüssigkeit beschlagnahmen.

Bei den Durchsuchungen wurden auch Kokain, Marihuana und Anabolika beschlagnahmt, sowie diverse Polizeiausrüstungen und GPS-Sender, um rivalisierende kriminelle Organisationen zu überprüfen. Europol unterstützte die spanische Nationalpolizei bei dieser Operation durch den Einsatz von zwei mobilen Büros zur Unterstützung vor Ort während der Aktionstage.