ESCH/BELVAL
JEFF KARIER

10. Auflage des „Sonic Visions“ macht einiges anders

Der Name „Sonic Visions“ steht seit 2008 für die Bemühungen, die luxemburgische Musikszene voranzubringen. Denn geboten werden neben einem Musikfestival, auf dem vielversprechende internationale und nationale Künstler sich präsentieren, auch Konferenzen, Workshops und mehr. Dieser Mix bietet eine einzigartige Gelegenheit für Musikschaffende in Luxemburg, die schon viele Türen geöffnet hat.

Aufstrebende Bands

Zum 10. Mal findet das „Sonic Visions“ nun bereits statt. „Das muss man feiern“, meint Rockhalchef Olivier Toth. Daher wird das Ganze etwas anders als in den Jahren zuvor sein. Nachdem die Konferenzen bereits 2016 gegenüber der Rockhal am Fuße der Hochöfen Belvals stattfanden, wird nun auch das Festival komplett dorthin verlegt. Dabei steht die diesjährige Auflage unter dem Titel „Tomorrow’s Music Experience“, was unter anderem die Ausrichtung vom „Sonic Visions“, aufstrebende Bands, die kurz vor dem Durchbruch stehen, zu präsentieren, widerspiegelt.

Das diesjährige Line-Up liest sich bereits sehr vielversprechend, auch wenn es noch nicht komplett ist. So wird am Freitagabend der Akzent auf Hip Hop, Rap und Alternativ R&B liegen. Auf der Bühne werden etwa „Rome Elvis + Le Motel“ stehen. Die Formation aus Brüssel wird aktuell in Belgien sehr hoch gehandelt und läuft dort die Radiostation hoch und runter. Außerdem sollte man den Auftritt von „Rilès“ nicht verpassen. Der aus Frankreich stammende 20-jährige Rapper produziert seine Musik komplett alleine und hat mit seinem englischen Sprachgesang nicht nur in seinem Heimatland bereits eine beachtliche Fangemeinde, sondern auch im Ausland. Als luxemburgischer Act ist „Edsun“ am Freitag dabei. Der junge Musiker, dessen Musik irgendwo zwischen R&B, Electronica, Pop und Rap liegt, legt bei seinen Auftritten besonderen Wert auf Choreografie und Show. Ein interessanter Künstler, den man nicht verpassen sollte.

Am Samstag wird „Her“ als Headliner auftreten. Die aus Frankreich stammende Band bietet eine kraftvolle Mischung verschiedener Richtungen und hat ihren ganz eigenen Sound gefunden. Freunde von alternativer Rockmusik werden mit „Aiming for Enrike“ ihre wahre Freude haben. Das explosive Duo Tobias Ørnes and Simen Følstad Nilsen werden einen virtuosen und berauschenden Auftritt hinlegen. Ebenfalls am Samstag wird „Them Lights“ zu erleben sein. Das neue Projekt von Sacha Hanlet, dem Schlagzeuger von „Mutiny on the Bounty“, geht dabei neue musikalische Wege.

Experten aus der ganzen Welt

An allen drei Tagen wird es aber vor allem Konferenzen, Workshops und Möglichkeiten zum Networking geben, die sich unter anderem an Musikschaffende aus Luxemburg und der Großregion richten. „Experten werden zum Beispiel über populäre Musikausbildung diskutieren sowie über Smart Promotion“, erklärt Sam Reinard, Manager des Rocklab. Außerdem werden auch Themen wie Urheberrecht, neue Technologien und Musikvideos behandelt. Keynotes werden von Benji Rogers, einem der Gründer von „PledgeMusic“ und „Dot Blockchain Music“ und der Grammy-Gewinnerin Imogen Heap gehalten, die über die mögliche Zukunft der Musikbranche aus der Sicht einer Künstlerin sprechen wird. „Am Donnerstag liegt der Fokus auf der lokalen, regionalen und großregionalen Entwicklung des Musiksektors“, erklärt Reinard. Abends werden daher einige Bands auftreten, die die Vielfalt, die man in und rund um Luxemburg vorfindet, zeigen.

Einige der luxemburgischen Künstler, die auftreten und an den Konferenzen und anderen Aktivitäten teilnehmen, werden im Rahmen des „Sonic Visions“ begleitet und vorbereitet. Das ist Teil des Konzepts, so Reinard. Das beinhaltet neben musikalischen Aspekten auch die Arbeit an der Außenwirkung und die Vorbereitung auf Networking und mehr. Da die Arbeit als Musiker viel Unternehmerisches enthält, freut sich Rockhal-Chef Toth besonders darüber, dass dieses Jahr die Handelskammer als neuer Partner des „Sonic Visions“ mit an Bord ist. Neben den drei Bühnen, auf denen die verschiedenen Bands austreten, wird es auch einen Bereich geben für Besucher ohne Ticket für das Festival oder die Konferenzen. Denn vor den Hochöfen wird es ein Food Village geben, das ein eigenes Musikprogramm bieten wird. Am Samstagabend werden dann auch wieder die „Luxembourg Video Clip Awards“ überreicht.

Ein Dreitagesticket für die Konzerte kostet 35 Euro. Wer auch an den Konferenzen teilnehmen möchte, zahlt insgesamt 50 Euro für die drei Tage. Mehr unter www.sonicvisions.lu