LOS ANGELES
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Mit verrückten Nebenrollen zum Star: Christopher Walken wird 75

Ihm schallt tosender Applaus entgegen, als Christopher Walken bei der 90. Oscar-Verleihung auf die Bühne tritt, die Gäste stehen auf. Standing Ovations für den Leinwand-Veteranen, dabei ist Walken bei der Preisgala nur als „Presenter“ eingeladen. Er soll den Gewinner in der Sparte „Beste Filmmusik“ verkünden. Der Schauspieler, der heute seinen 75. Geburtstag feiert, wird in Hollywood seit Jahrzehnten verehrt.

Fast 40 Jahre ist es her, dass Walken als frisch gekürter Oscar-Gewinner auf der Bühne laut bejubelt wurde. Der aufrüttelnde Vietnam-Film „Die durch die Hölle gehen“ räumte bei der Oscar-Verleihung 1979 fünf Trophäen ab, darunter zwei für Michael Cimino als Regisseur und Produzent des besten Films und für Walken in der Nebenrolle eines seelisch ruinierten Soldaten. Besonders eine Szene mit Walken und Robert De Niro beim „Russischen Roulette“ ging unter die Haut.

Mysteriöse Tragödie

Der Star mit der kratzigen Stimme und den zurückgekämmten, längst ergrauten Haaren steht weiter vor der Kamera. Als Nebendarsteller ist er unermüdlich. Über hundert Filme hat er abgedreht, in etwa gleich vielen Theaterstücken stand er auf der Bühne. Die Liebe zur Schauspielerei hatte der Sohn eines Ende der 20er aus Deutschland eingewanderten Bäckers in New York früh entdeckt. Die aus Schottland stammende Mutter schickte ihre drei Jungen früh in die Tanzschule und suchte ihnen Kinder-Jobs beim Fernsehen und Theater.

Vom Tanzen kam er über die Theaterbühne zu Kino. Perfekt gelingen ihm seinen typischen Rollen: Bösewichte, durchgeknallte Typen und gestrauchelte Charaktere.

Er war der Fiesling in „James Bond 007 - Im Angesicht des Todes“, ein Drogen-Mafioso in „King of New York“, ein korrupter Millionär in „Batman Returns“, ein Vietnam-Veteran in „Pulp Fiction“ (1994). Vom Hollywood-Trubel hält sich Walken gewöhnlich fern. Der seit fast 50 Jahren mit einer Casting-Direktorin verheiratete kinderlose Star lebt auf dem Land im US-Staat Connecticut, nordöstlich von New York. Er war aber in eine der großen Tragödien der Traumfabrik verwickelt: Als Schauspielkollegin Nathalie Wood 1981 bei einem Bootsausflug vor Los Angeles ertrank, waren nur Walken und Woods Ehemann Robert Wagner an Bord.