LUXEMBURG
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Vor 75 Jahren beginnt in Petingen die Befreiung Luxemburgs von der Nazi-Herrschaft

Der Spähwagen rollte langsam in Richtung Kornbrücke. Da gab es plötzlich einen Einschlag an der linken Flanke, kaum 40 Meter von der soeben passierten Kreuzung entfernt. (...) Das deutsche Pak-Geschoss (Panzerabwehrkanone, d. R.) hat die Karrosserie durchschlagen und ist in den Fonds des M8 eingedrungen. (...) Im Nu fängt der Spähwagen Feuer“. Mit diesen Worten beschreibt der im vergangenen Jahr verstorbene Camille P. Kohn, langjähriger Präsident des „Cercle d’Etudes sur la Bataille des Ardennes“ (CEBA) die Ereignisse von vor 75 Jahren in Petingen, kurz nach Mittag am 9. September 1944, an die heute Abend im Rahmen einer offiziellen Gedenkfeier in Anwesenheit von Großherzog Henri gedacht wird. Auf dem Platz, der dem ersten Amerikaner gewidmet ist, der auf luxemburgischem Territorium sein Leben verlor (und dessen Name, wie Kohn festhält, erst seit Mitte der 1980er Jahre bekannt ist): Hyman Josefson.

Die Gedenkfeier in Petingen reiht sich ein in eine Serie von Zeremonien quer durchs Land, von denen eine große für morgen angesetzt ist: Am morgigen Dienstag erinnert sich die Hauptstadt an ihre erste Befreiung am 10. September 1944. Am Dienstagabend ist ebenfalls eine Gedenkveranstaltung in Esch/Alzette geplant.

Lëtzebuerger Journal

Die zwei Befreiungen Luxemburgs | Eine Chronologie

9. September 1944
Die 5. US-Panzerdivision überquert in Petingen die Grenze, wo der erste amerikanische Soldat auf luxemburgischem Boden sein Leben verliert, Lt. Hyman Josefson, nach dem heute ein Platz benannt ist. Vor Bartringen kommt es zu einer Auseinandersetzung mit deutschen Verbänden, die sich auf dem Rückzug befinden.

10. September
Die 5. US-Panzerdivision unter dem Kommando von General Lunsford E. Oliver nimmt am frühen Morgen die Hauptstadt ohne Gegenwehr ein. Am frühen Nachmittag trifft ebenfalls Prinz Jean in der Uniform als 1. Leutnant der „Irish Guards“ in Luxemburg-Stadt ein. Auch Prinz Félix ist bei der Befreiung der Kapitale dabei.

11. September
Amerikanische Truppen (5. Panzerdivision und die 28. Infanteriedivision) befreien Ortschaft nach Ortschaft im Norden und Osten des Landes.

13. September 1944
Luxemburg gilt ab diesem Datum als befreit.

14. September 1944
Die Amerikaner greifen das jenseits der Grenze gelegene Wallendorf an. Zwei Wochen später muss der Brückenkopf allerdings wieder geräumt werden.

23. September 1944
Die Regierung kehrt aus dem Londoner Exil zurück. Ende September bis Mitte November 
Verschnaufpause für die US-Soldaten in Luxemburg.

16. Dezember
Morgens um halb sechs starten die Deutschen eine Offensive in den Ardennen und überraschen die Amerikaner. Sie schaffen es, die Verteidigungslinie zu durchbrechen und bis Richtung Bastnach zur Maas vorzudringen.

20. Dezember 1944
Unter dem Kommando von General George S. Patton holen die Amerikaner zum Gegenschlag aus. Von Süden nach Norden kommend stoßen seine Panzer in die linke Flanke der Deutschen.

30. Dezember 1944
Die Stadt Luxemburg wird bombardiert. Aus der  Gegend von Trier wird die Hauptstadt mit V3-Kanonen beschossen. Die Schäden bleiben überschaubar. Zu diesem Zeitpunkt gab es einige US-Hauptquartiere in Luxemburg-Stadt.

Januar 1945
Die 3. US Army unter dem Kommando Pattons befreit erneut die Dörfer im Ösling.

7. Februar
Die Amerikaner greifen den Westwall an. Es ist der Anfang der Besetzung Deutschlands.

12. Februar 1945
Befreiung Viandens als letzte Ortschaft des Landes.

14. April 1945
Großherzogin Charlotte kehrt nach Luxemburg zurück.