LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Verkehrsinfarkt am Irrgarten - eine schnelle Lösung musste her

Alle hatten damit gerechnet, dass es zu Problemen kommt. Aber dass es derart chaotisch werden würde, hatten selbst Pessimisten nicht auf der Rechnung. Es ist wirklich eine „Operation am offenen Herzen“ wie gestern Infrastrukturminister François Bausch und Roland Fox, Direktor der Straßenbauverwaltung, unisono meinten.

Natürlich geht es um den Umbau des „Rondpoint Robert Schaffner“, den aber kein Mensch so nennt. Die zutreffende und allgemein gebräuchliche Bezeichnung ist „Irrgärtchen“. Damit der Kreisel dem täglich wachsenden Verkehrsaufkommen gewachsen ist, wird er seit einiger Zeit zu einem sogenannten „Turbo-Kreisel“ ausgebaut. Im Gegensatz zum bisher üblichen freien Fahren auf den drei Spuren des Kreisverkehrs, wird in Zukunft jeder Ausfahrt eine spezielle Spur zugeordnet. Heute kommt der „Irrgarten“ mit einer Belastung von 4.200 Autos in den Spitzenstunden an den Rand seiner Kapazität. Nach dem Umbau, ab Ende 2019, sollen bis zu 5.700 Autos pro Stunde möglich sein.

Chaos ab dem 12. November

Die bisherigen Baumaßnahmen hatten bisher wenige Auswirkungen auf den Verkehrsfluss. Das änderte sich drastisch am 12. November, als die innere, die dritte Spur, des Kreisels für den Verkehr gesperrt wurde. Am Abend brach der Verkehr in und um den Kreisel für Stunden völlig zusammen. Es gab kein Vor und kein Zurück. Auch bei „Ponts & Chaussées“ war man überrascht, dass das Wegfallen der inneren Spur solche Auswirkungen hat. Vom Chaos war nicht nur der Individualverkehr betroffen,
sondern auch der Linienverkehr der Überlandbusse. Stundenlange Verspätungen waren die Folge.

Einen weiteren Beitrag zum Stillstand lieferten uneinsichtige Autofahrer, die die Ausfahrten aus dem Kreisverkehr bewusst oder unbewusst blockierten. Ihnen wird jetzt mit Plakaten erklärt, was zu tun ist. Um kurzfristige Abhilfe zu schaffen, hat man bei der Straßenbauverwaltung mit Hilfe von Verkehrssimulationen am Computer ein Konzept entwickelt, um den Verkehrsfluss im Kreisel aufrechtzuerhalten. Dafür werden an fünf der sechs Zufahrten sogenannte Pförtnerampeln errichtet, die die Einfahrt in den Kreisel so regeln sollen, dass es zu keiner Blockade innerhalb des „Irrgärtchens“ kommt. Seit gestern Abend sollten die Ampeln in Betrieb sein. Roland Fox betonte noch einmal, dass sich die Situation nach dem Ende der Umbauarbeiten (Ende 2019) drastisch verbessern wird.

Umleitungen der Buslinien über Munsbach

Die RGTR-Überlandbusse, die normalerweise den „Irrgarten“ durchfahren, werden zwischen 16.00 und 20.00 mehrheitlich über Cents, Findel, die Autobahn 1 und Munsbach bis Moutfort umgeleitet. Dies sind unter anderem die Linien 150, 160, 162 und 163 und die Schnellbuslinien 155, 159, und 184. Eine aus Richtung Trier kommende Überlandlinie (117) endet für die nächste Zeit am Wasserturm Cents, dort müssen die Passagiere auf Stadtbusse umsteigen.

Sandweiler wird in dieser Zeit nicht angefahren. Um den Anschluss von Sandweiler an den Öffentlichen Personenverkehr zu gewährleisten, verkehrt ab kommendem Montag ein Pendelbus in den Abendstunden zwischen dem Bahnhof Sandweiler/Contern und der Ortsmitte von Sandweiler.

Details unter www.mobiliteit.lu