CLAUDE KARGER

Wenn es neben Asteroidenjagd, Gratis öffentlicher Transport und neuerdings „Purpur für Hollerich“ - wie das „Wort“ ob der Beförderung unseres zuhause bisweilen arg geplagten Erzhirten schrieb, der den Kardinalshut übrigens „nicht eitel wie ein Pfau“ tragen mag - ein Thema gibt, dass dem Großherzogtum regelmäßig internationale Schlagzeilen beschert, dann ist es die angekündigte Legalisierung von Cannabis für den Freizeitspaß. „Mexico will probably legalise this year; Luxembourg is hot on its heels and likely to become the first EU country to legalise recreational cannabis“, freute sich dieser Tage der „Economist“
in einer Analyse mit dem feschen Titel „Going to pot“. Allerdings schränkte Gesundheitsminister Etienne Schneider die Aussichten auf Kraut-Kaffeefahrten ins Ländchen im Interview mit dem „Républicain Lorrain“ ordentlich ein, sei doch Gras exklusiv für Ansässige reserviert. „Nous serons exigeants sur la vérification du lieu de résidence des clients pour éviter le tourisme de cannabis. Nous ne voulons pas que le Luxembourg soit le nouvel Amsterdam“, unterstreicht der Sozialistenmensch, der außerdem vor allerlei „merde“ auf dem illegalen Kraut-Markt warnt. In zwei Jahren soll der Schritt übrigens vollzogen sein. Dann muss aber noch ordentlich Dampf gemacht werden.