LUXEMBURG
KIM GREIS

Spielkritik: „Akiba‘s Trip: Undead & Undressed“

Authentisch geht es hier zu: „Akiba’s Trip“ ist ein modernes japanisches Beat ’em up mit Rollenspielelementen, das im japanischen Akihabara, kurz Akiba, angesiedelt ist. Das Spiel ist optisch dem berühmten Viertel Tokios nachempfunden, aber auch die Statisten sollen typische Akiba-Besucher darstellen. Wie im echten Akiba ist das Spiel mit großen Werbetafeln von realen Firmen gefüllt, dies ist für ein Videospiel recht ungewöhnlich.

Der junge Otaku (Japanisch für Geek) Nanashi wurde von einer Organisation, die ihn mit Mangafiguren geködert hat, getäuscht. Er hat den Vertrag, der bescheinigt, dass sie Experimente an ihm durchführen können, blind unterschrieben. Die Organisation verwandelt ihn zu einem Synthister, einem vampirähnliche Wesen, die anderen Menschen die Lebenslust aussaugen und zu Staub zerfallen wenn sie dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Er wird in letzter Sekunde gerettet - er ist körperlich zwar ein Synthister, mental aber immer noch er selbst- und bekämpft nun mit dem Akiba Freedom Fighters Club die Synthister.

Bizarr, simpel und repetitiv

Wie in Rollenspielen üblich, führen Quests einen durch die Story. Das Kampfsystem ist sehr innovativ: Der Spieler muss den Gegnern die Kleider abreißen, damit ihre Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt wird und diese somit zu Staub zerfallen. Die Lebensenergie wird also durch die Reißfestigkeit der Kleidungsstücke bestimmt. Dieses Spielprinzip ist recht bizarr, anfangs vielleicht gar unterhaltsam, wird aber schnell langweilig, da die Kämpfe oft repetitiv sind und, durch die hohe Anzahl der Gegner bedingt, lange dauern. Es gibt nur drei Möglichkeiten, um den Gegner anzugreifen, diese werden durch das simple Drücken einer Taste ausgeführt. Dies degradiert das Kampfsystem stark.

Die farbenfrohe Grafik von „Akiba’s Trip“, die im Mangastil gehalten ist, wirkt sehr einladend. Bedenklich ist aber, dass sehr oft Ladebildschirme erscheinen und die Bildwiederholungsrate manchmal auf ein unspielbares Niveau sinkt. Der Sound versetzt einen mit seinen tuschelnde Menschenmengen und der abgefahrene japanische Musik in den Geschäften in das Stadtambiente von Akiba.

Ein Nischenprodukt

Obwohl das Spielprinzip von Akiba’s Trip schnell erlernt ist, eignet sich das Spiel nur für eine Nische. Trotz gelungener grafischer Darstellung bietet das Spiel kein vernünftiges Spielerlebnis, da die einfache Steuerung das Spiel schnell repetitiv erscheinen lässt. Je nachdem welche Entscheidungen man trifft, bieten einem sich verschiedene Enden an, jedoch reizt einen das Spielprinzip nicht, alle Enden freizuspielen.

Für Fans der japanischen Szene ist das Spiel definitiv ein Muss, andere hingegen sollen sich einen Kauf gut überlegen. Akiba’s Trip bietet eine von Anfang an spannende Story, dafür aber ein langweiliges Kampfsystem. Zudem ist Fanservice im Überfluss vorhanden - dies reizt vielleicht einige. Interessierte können sich Akiba’s Trip für 39,99€ für PS Vita und PlayStation 3 kaufen.