LUXEMBURG
DANIEL OLY

Starker Start zum Studium: Worauf man vor dem ersten Semester achten sollte

Die „Première“ ist geschafft, jetzt wird der nächste Lebensabschnitt in Angriff genommen. Das sollte natürlich wohl überlegt sein, aber irgendwie hat so jeder sein Studium schon voraus ausgewählt, oder zumindest eine erste Ahnung. Kaum ist das Wunschstudium dann ausgewählt, schon kann es losgehen - einfach einschreiben und los-büffeln. Oder nicht?

Los geht es schon bei der Einschreibung. Hauptanlaufstelle für Studenten sind zunächst die Sekretariate der jeweiligen Studienprogramme, wo sie alle Informationen zu ihren Studiengängen erhalten. So ist es zumindest an der Universität Luxemburg, an anderen Universitäten sieht es ähnlich aus. „Viele Programme bieten ihren Studierenden zu Semesterbeginn auch Einführungsveranstaltungen an“, erklärt Stefanie Knill, Active Head des „Service des études et de la vie étudiante“ (SEVE) der Universität Luxemburg. Hilfreich sind auch stets die vielen Studentenvereinigungen und -Vertretungen; sie haben meist die nötigen Informationen leicht vorrätig, weil sie mit mehr Erfahrung aufwarten können.

Einschreiben kann dauern

Beispielsweise bei den Fristen. „Die sind in den meisten Studienprogrammen der Universität Luxemburg unterschiedlich“, weiß Knill weiter. An anderen Universitäten im Ausland ist das ähnlich - deshalb lohnt es sich in jedem Fall, sich vorab über alle möglichen Fristen zu informieren, bevor man seine Anmeldung zu spät verschickt. Denn wichtig ist auch, sich darüber zu informieren, wie lang das Einschreiben dauert - warum das wichtig ist, wird sich noch zeigen.

„Für neue Studenten ist es zunächst relevant, erste Kontakte zu knüpfen, ihre Kommilitonen kennen zu lernen und sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen“, rät Knill. „Dafür sollten sie an eventuell angebotenen Einführungsveranstaltungen teilnehmen und vielleicht Kontakt zu den Studierendenassoziationen aufnehmen.“

Ratsam ist auch, sich beim Auslandsstudium frühzeitig mit dem Land auseinanderzusetzen, damit man nicht von den oft anderen Kosten, den Mieten oder bei der Wohnungssuche überrascht wird. Das empfiehlt Knill auch Studenten, die nach Luxemburg kommen wollen. „Auch spielt hier ein sprachlicher Unterschied eine Rolle. In dem Fall bietet die Uni Luxemburg entsprechende Sprachkurse an“, meint sie.

Kein Geld liegen lassen

Was nicht weniger wichtig ist: Studienbeihilfen. Darauf hat jeder Schüler Anspruch, ob mit luxemburgischer oder ohne luxemburgische Staatsbürgerschaft. Im letzteren Fall müssen die Eltern lediglich mindestens seit fünf Jahren in Luxemburg leben. Werden diese Bedingungen erfüllt, winken ein Basisstipendium von 1.000 Euro pro Semester, hinzu kommen Zusatzprämien je nach Einkommenssituation im Familienhaushalt. So können weitere 275 bis 1.900 Euro pro Semester hinzu addiert werden. Wer im Ausland studiert, hat zudem Anrecht auf eine Mobilitätsprämie, die je nach Distanz weitere 1.225 Euro in die Studienkasse spült.

Das sollte man sich natürlich nicht entgehen lassen. Aber auch hier gibt es die ein oder andere knifflige Regel; worauf angehende Studis achten sollten, erklärt auch Léon Diederich vom Hochschulministerium, dem der Studienhilfen-Dienst CEDIES angehört. „Unser genereller Rat ist: Möglichst früh und natürlich wirklich komplett alles abgeben“, sagt er. Je eher das vollständige Dossier zur Bearbeitung in der zuständigen Abteilung landet, desto eher könne auch eine Entscheidung gefällt und das Geld gebucht werden. „Dabei ist es natürlich von enormer Wichtigkeit, dass wirklich an alles gedacht wurde - Studienbescheid, Aufenthaltsnachweis, Mietzettel, Studienplan… die Liste ist lang, und schnell ist etwas vergessen“, weiß Diederich.

Deshalb sollten Studenten genau darauf achten, dass auch wirklich jeder Punkt abgehakt ist, bevor sie ihre Anfrage verschicken. „Ansonsten verzögert es sich nur noch, weil wir erst weitere Unterlagen anfordern müssen“, erklärt er. „Besonders oft fehlt die Einschreibung zum Studium - dabei ist das eigentlich sehr einfach, denn wer studiert, hat ja so einen Zettel zum Nachweis.“ Auch häufig nicht direkt vorhanden: Der Zettel zum Nachweis beim Studium im Ausland, der Studis zu weiteren Beihilfen in Form der „Bourse de Mobilité“ berechtigt. „Da kann es mal etwas schwieriger sein, wenn man die Anfrage abschicken will, bevor man umzieht… daran sollte man aber auf jeden Fall denken“, rät er.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Tut man das nicht, könnte es dann und wann etwas eng werden. „Im Normalfall haben wir Bearbeitungszeiten von rund einer Woche, das heißt in knapp zwei Wochen kann das Geld schon umgebucht sein“, erklärt Diederich. „In den Stoßzeiten, gerade gegen Ende der Anmeldefrist, kann es aber plötzlich bis zu einem Monat dauern.“ Erfahrene Studenten wissen deshalb: Nicht lange verschleppen, sondern schnell alles erledigen.

Besonders toll ist es jedenfalls nicht, auf das Geld warten zu müssen. Deshalb arbeitet der CEDIES auch eng mit der Studentenvereinigung ACEL zusammen, um alle - Anfänger wie Fortgeschrittene - dafür zu sensibilisieren, möglichst früh abzugeben und nicht erst bis zum Schluss zu warten. „Erfolg hat es auch, dass man die Anfrage auch bequem online über ,MyGuichet‘ machen kann“, sagt Diederich. Fast ein Drittel aller Dossiers kommen demnach auf diesem Weg herein. In der Tat würden sogar in einzelnen Fällen wenige Stunden nach Mitternacht am ersten Tag bereits erste Anfragen herein trudeln. „Mal sehen, ob das an diesem 1. August auch so sein wird“, meint er.

Denn wer früher einreicht, hat auch früher seine Entscheidung. Und kann dann ganz sorgenfrei studieren; zumindest bis zur ersten Prüfung. Aber Kopf hoch, das klappt schon!

Mehr Informationen unter www.cedies.public.lu