LUXEMBURG
DANIEL OLY

Große Infobroschüren des CIJ sind wieder verfügbar

Das „Centre Informations Jeunes“ (CIJ) feiert dieses Jahr 30 Jahre Bestehen und hat, quasi zur Feier des Tages, erneut jede Menge Infobroschüren für junge Menschen gedruckt. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Sekundarschulen hat man dabei insgesamt 29 individuell auf die jeweilige Schule abgestimmte Broschüren erstellt. Die darin enthaltenen Themen reichen von nützlichen Informationen zu wichtigen Adressen bis hin zu weniger alltäglichen Problematiken wie Safer Sex, Familienplanung oder psychologischer Betreuung. Erklärtes Ziel des „Guide Jeunes“: Der Jugend ermöglichen, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Das gehe nur, wenn sie zutreffend informiert sei, erklärt Jean-Claude Bisenius, PR-Manager des CIJ.

Immer neutral informieren

„Alle nötigen Informationen in einem Buch“ - das soll der „Guide Jeunes“ laut Bisenius bieten. Und tatsächlich: Das dicke Büchlein ist prall gefüllt mit praktischen Informationen für Situationen, die man normalerweise eher nicht in der Schule lernt. Von der Suche nach einem Studentenjob, der Verhütung, den Ferienaktivitäten bis hin zu Tipps für Behördengänge ist so ziemlich alles vertreten, was für Jugendliche ein echtes Problem darstellen könnte. Dabei sei es besonders wichtig, unabhängig von staatlichen Institutionen zu sein: „Wir wollen immer neutral bleiben, eine möglichst wertungsneutrale Faktenlage präsentieren“, sagt Bisenius hierzu. Nur so könne der Jugendliche seine eigene Meinung bilden.

Bei der Finanzierung wolle man weiterhin zwar so unabhängig wie möglich operieren, um immer neutral zu bleiben. Gleichzeitig lässt sich ein so umfangreiches Produkt wie der „Guide Jeunes“ nicht ohne Geldmittel in großen Stückzahlen produzieren. Deshalb ist man auf Zusammenarbeit mit mehreren Partnern angewiesen - auch, um die knapp zwölf Köpfe der Belegschaft und ihre Freiwilligen zu entlohnen. Ein finanzielles Engagement, das zu einem Paradigmenwechsel oder zu politisch motivierter Beratung führe, lehne man jedoch konsequent ab, sagte Bisenius.

Anonym beraten

Darüber hinaus sei jede Kommunikation auch explizit anonym, weil das CIJ nur seine Beratungsfunktion erfüllen möchte - man wolle den Jugendlichen „nichts aufschwatzen“, sie nicht zu bestimmten Entscheidungen verleiten. Der „Guide Jeunes“ sei da das beste Vehikel zur Information, obwohl in letzter Zeit auch die Social Media-Kanäle und die Kontaktaufnahme via Internet beliebter werden. Die Broschüre sei aber weiterhin das Aushängeschild, auch weil sich die Schulen und die Schüler selbst bei der Gestaltung und der Auswahl der Themen einbringen können.

Für die Zukunft denkt der CIJ zwar darüber nach, sein Konzept grundlegend zu erneuern, bislang halte man jedoch weiterhin an der Erfolgsformel fest.

Die Zahlen lügen nicht: Vor vier Jahren wurde der „Guide“ an gerade einmal tausend Schüler verteilt. Jetzt, vier Jahre später, zählt man knapp 31.000 verteilte Broschüren. Das Konzept muss also stimmen, denn die Kooperation mit 29 verschiedenen Schulen kommt bestimmt nicht von ungefähr.

Die Schule profitiert hier von der Erfahrung und dem Informationsgehalt der Broschüre und kann gleichzeitig seine eigenen Kontaktinformationen oder verwaltungstechnischen Formalitäten vermitteln. Offensichtlich ein Erfolgsrezept. Auch einige Gemeinden wie Hesperingen haben die Gelegenheit erkannt und zusammen mit dem CIJ ihre eigenen Broschüren mit Ausgehtipps und Referenzen heraus gebracht.
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