NITTEL
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Kommunen in der deutsch-luxemburgischen Nachbarschaftsregion bringen sich gemeinsam in Stellung

Sie hatten immer wieder gemeinsam Druck gemacht für die Aufhebung der Grenzschließungen im Zuge der Corona-Pandemie: die Gemeinde links und rechts von Mosel und Sauer.  Vor kurzem trafen sich nun zum ersten Mal Vertreterinnen und Vertreter von 19 luxemburgischen und deutschen Kommunen - von Berdorf und Bollendorf im Norden bis Schengen und Perl im Süden – zu einem grenzüberschreitenden Austausch im Moselort Nittel. Eingeladen hatten die LEADER-Regionen Miselerland, Moselfranken, Mëllerdall und Merzig-Wadern. Mit dabei waren zum ersten Mal auch Vertreter aus der LEADER-Region Bitburg-Prüm.

Gut vernetzt viel bewegen

Die LEADER-Regionen kooperieren schon seit mehreren Jahren in vielen Projekten miteinander und fördern damit aktiv den Austausch und die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg. Vor allem die Arbeitsgruppen, die u.a. zu den Themen Mobilität, Weiterführende Schulen, Jugend-arbeit und Tourismus ins Leben gerufen wurden, haben sehr dazu beigetragen, dass sich die jeweiligen Akteure grenzübergreifend besser kennenlernen und mehr austauschen. Daraus hat sich eine Eigendynamik entwickelt, aus der wiederum neue Ideen und Projekte entstanden sind.
Bei dem Treffen in Nittel wurde vielfach positiv hervorgehoben, dass die Kontakte mittlerweile mehr als eng geworden sind. Monique Hermes, Schöffin aus Grevenmacher drückte es ganz klar aus: „Wir leben miteinander!“ Und Daniela Schlegel-Friedrich, Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern sah in der „Grenzlage ohne Grenze“ den Attraktivitätsfaktor der Region. Die LEADER-Regionen mit ihren gut vernetzten Regionalmanagements stellen hierzu schon heute ein wichtiges Instrument dar, das in Zukunft auch noch stärker für die grenzübergreifende Vernetzung der Kommunen eingesetzt werden kann und soll.
„Die offene und fruchtbare Diskussion in Nittel hat gezeigt, dass die Zielrichtung der Kommunen die Gleiche ist: Stärkere Vernetzung, kompakteres Auftreten als EINE Region, schlagkräftige Formulierung der gemeinsamen Bedarfe an die höheren Stellen, z.B. in Mainz, Luxembourg oder Berlin“, heißt es in einer Pressemitteilung. Gerade die Corona-Krise habe gezeigt, „dass die Region eine gemeinsame Sprachrohr-funktion braucht, die – nicht nur „wenn es brennt“ – schnell und wahrnehmbar mit einer gemeinsamen Stimme sprechen kann“.
Auf welche Weise diese Vernetzung - auch gegebenenfalls über LEADER hinaus - neu aufgestellt werden kann und, ob es zum Beispiel ein neues Gremium oder zusätzliche Strukturen dazu braucht, soll bis zu einem zweiten Treffen im Oktober weiter ausgearbeitet werden.
Bei LEADER handelt es sich um das EU-Förderprogramm zur Entwicklung der ländlichen Räume. Es ermöglicht Menschen vor Ort, regionale Prozesse mitzu-gestalten. Bei den Lokalen Aktionsgruppen handelt es sich um Zusammenschlüsse privater und öffentlicher Akteure der Region.  Die beiden LEADER-Regionen Miselerland (Luxemburg) und Moselfranken (Deutschland) haben als erste in Europa eine gemeinsame Entwicklungsstrategie und setzten viele grenzübergreifende Projekte um.
Mehr: www.leader-miselerland-moselfranken.eu