LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Von der namenlosen Statue zum begehrtesten Preis der Filmbranche

Morgen blickt die ganze Welt wieder nach Los Angeles ins Dolby Theater. „And the Oscar goes to…“ heißt es dann nämlich in insgesamt 24 Kategorien der Filmbranche. Seit der ersten Oscar-Überreichung im Jahr 1929 wurden insgesamt 2.856 dieser Statuen überreicht. Erst seit 1953 wird die Zeremonie live im Fernsehen übertragen.

Angefangen hat alles am 11. Mai 1927, als die Academy of Motion Picture Arts and Sciences sich dazu entschied, „die Filmkunst und Filmtechnik dadurch voranzubringen, dass wir Preise für hervorragende Einzelleistungen verleihen werden“. Am 16. Mai 1929, zu jener Zeit noch mit wenig Glamour und Starrummel, ging die erste Preisverleihung über die Bühne. Damals redete noch niemand von einem „Oscar“.

Namensgeber

Wie die goldene Statuette zu ihrem Namen kam, ist nicht mit hundertprozentiger Sicherheit bekannt. Es wird gemunkelt, Margaret Herrick, Archivarin und spätere Direktorin der Academy, habe die Figur einst mit ihrem Onkel Oscar verglichen, und so habe sich der Name seinen Weg gebahnt. Andere wollen wissen, dass der Onkel von Bette Davis für den Namen Pate stand. Walt Disney bedankte sich jedenfalls bereits Anfang der 1930er Jahre für seinen „Oscar“. Offiziell benutzt die Academy den Begriff erst seit 1939. Oscar ist übrigens 34,3 cm groß und wiegt rund 3,9 Kilo. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Statuetten aus Plastik vergeben. Später wurden sie dann gegen echte Goldjungen (mit 24-karätigem Gold überzogen) ausgetauscht.

Von der Nominierung zum Goldjungen

Bis 1989 hieß es übrigens „And the winner is…“. Dann hat die Academy aber gemeint, dass es weder Verlierer noch Gewinner gebe, und deshalb die bis dahin berühmten Worte in „And the Oscar goes to…“ umgetauft.

Momentan hat die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences rund 5.800 stimmberechtigte Mitglieder, die über die Vergabe der Oscars entscheiden, darunter über 1.100 Schauspieler. Durch ihre Stimmabgabe werden in jeder Kategorie fünf Nominierungen ausgesprochen, in der Kategorie „Bester Film“ sogar zehn.

Die Stimmabgabe für die Nominierungen ist nur jenen Academy-Mitgliedern vorenthalten, die in der jeweiligen Branche tätig sind. So entscheiden etwa ausschließlich Regisseure in der Kategorie „Beste Regie“. Eine Ausnahme bildet die Kategorie „Bester Film“, über diese Nominierungen bestimmen alle Academy-Mitglieder. Vier Wochen vor der Oscar-Verleihung werden dann die finalen Stimmzettel versandt, um die endgültigen Gewinner zu ermitteln. Diesmal kann jedes Mitglied seine Stimme für jede einzelne Kategorie vergeben. Erst am Nachmittag vor der Preisverleihung stehen die Oscar-Preisträger fest. Bis dahin ist alles streng geheim.

Live-Übertragung am 24. Februar 2013 ab 0.35 auf Pro Sieben