LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Die Bank aus Andorra weihte neue Geschäftsräume ein - Fonds- und Privatkundenbereich in Luxemburg läuft sehr zufriedenstellend

Als die Andbank 2009 nach Luxemburg kam, waren es bescheidene Anfänge. Das hat sich sehr verändert. Gestern weihten Andbank-Präsident Manel Cerqueda und Manuel San Salvador, Managing Director der Andbank Luxemburg, die neuen Geschäftsräume auf dem Kirchberg ein. Anwesend war auch Finanzminister Pierre Gramegna, der sich freute, dass den Bankern der Standort so gut gefällt, dass sie größere Büros beziehen und mittlerweile 88 Mitarbeiter beschäftigen. Wir haben die Verantwortlichen gefragt, was sie vorhaben.

Warum sind Sie nach Luxemburg gekommen?

Manel Cerqueda Zunächst sollte man sagen, dass wir eine 1930 gegründete Familienbank mit professioneller Führung sind, die sich vom lokalen Geschäft in den letzten zehn Jahren hin zum internationalen Geschäft bewegt hat, auch wenn wir in Spanien und Andorra noch stark sind. Wir sind vor allem wegen des Fondsgeschäfts hier, haben aber auch eine Banklizenz. Wir sind mit zwölf Standorten sehr international und Luxemburg hat sich besser entwickelt, als wir dachten. Wir haben hier drei Milliarden Euro Assets under Management. Das entwickelt sich sehr gut.

Wie wollen Sie wachsen?

Manuel San Salvador Wir sind jetzt hier in der zweiten Phase, in der wir das Geschäft ausbauen. International können wir uns noch Niederlassungen in Portugal, Italien und Lateinamerika vorstellen. Hier arbeiten wir mit einer offenen Architektur und wollen das Potential ausnutzen.

Wer sind Ihre Kunden?

Cerqueda In Spanien haben wir Schlüsselkunden mit rund fünf Millionen Euro, aber auch kleine Kunden mit 20.000 bis 30.000 Euro. Unsere Kunden sind sowohl Unternehmen als auch Privatleute. Wir haben uns in Spanien von Null unter die zehn größten Privatbanken hochgearbeitet. In Spanien haben wir 7,5 Milliarden Euro Assets under Management, in Andorra vier und dann kommt schon Luxemburg. An dritter Stelle! Hier haben wir jetzt den Break-even erreicht.

Sie gelten als Bank mit viel Geld, aber wenig Filialen in Steuerparadiesen...

San Salvador Das ist eine Frage der Definition. Auch in Spanien haben wir mal klein angefangen. Wir gehen Schritt für Schritt vor. Unser Vorteil ist, dass wir keine systemischen Risiken haben. Unser Geschäft hat sich in den vergangenen drei Jahren sehr verändert. Andorra und Luxemburg sind jetzt keine Offshore-Länder mehr und zwischen Andorra und Spanien gibt es schon seit 2010 einen Informationsaustausch. Wir akzeptieren nur Kunden, die sich an die Regeln halten. Wir sind aber bis heute in Ländern mit einer starken Tradition im Private Banking.

Wie wird der digitale Wandel Ihr Geschäft beeinflussen?

San Salvador Gar nicht. Wir zählen vor allem auf die Leute. Unser Geschäftsgeheimnis ist es, die Kunden gut zu behandeln und gute Mitarbeiter zu haben. Der Rest ergibt sich dann von selbst.

ZUM UNTERNEHMEN

Andbank: Von Andorra in die Welt

Die Bank aus Andorra gehört zu 41,4 Prozent der Familie Cerqueda und zu 33,4 Prozent der Familie Ribas Duró. 24,2 Prozent halten weitere Aktionäre und ein Prozent die Managing Partners. Sie ging 2001 aus einer Fusion hervor zwischen der Agricol Banc und der Reig Banc zu „Andorra Banc Agricol Reig’s“, kurz Andbank. Die stark internationalisierte Bank hat Präsenzen in folgenden Ländern: Andorra, Bahamas, Schweiz, Panama, Mexiko, Uruguay, Luxemburg, Miami, Monaco, Brasilien, Spanien, Israel. Sie hat rund 22 Millionen Euro Assets unter Management. einen Nettogewinn von 33 Millionen Euro, eine Liquiditätsrate von über 70 Prozent, eine Eigenkapitalquote von 24,8 Prozent. Sie beschäftigt 1.150 Mitarbeiter, davon 88 in Luxemburg.
http://www.andbank.lu