LUXEMBURG
PIERROT FELTGEN

Pierrot Feltgen ist einer der Pioniere, die Ende der 1970er Jahre die „ALPAPS- Sport mat Suergekanner“ (heute Special Olympics Luxemburg) mit aus der Taufe gehoben haben. Damals bedurfte es viel Überzeugungskraft selbst bei den Erziehern im Behindertenbereich um die Idee des Sporttreibens  für  diese Zielgruppe  durchzusetzen. Vieles hat sich seither geändert.

„Special Olympics Luxemburg feiert dieses Jahr sein vierzigjähriges Bestehen. Wesentlich beeinflusst wurde die Gründung dieses Sportverbandes durch die internationale Bewegung, welche Eunice Kennedy-Shriver, eine Schwester vom US-Präsidenten John F. Kennedy, vor 50 Jahren ins Leben gerufen hat. Seit einem halben Jahrhundert ist enorm viel in diesem Bereich bewirkt worden. Die Gründerin der Special Olympics wollte die Gesellschaft ändern. Heute kann man feststellen, dass sich manche Einstellungen geändert haben. Allein die benutzten Begriffe zeigen diese Wandlung. Im englischsprachigen Raum war die Bezeichnung ‚mentally retarded‘, also geistig zurückgeblieben, im alltäglichen Gebrauch. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist das ‚R-Word‘ Tabu und man benutzt eher ‚intellectual disabilities‘ als Erklärung. Besser gefällt noch die deutsche Bezeichnung (Personen mit besonderen Bedürfnissen) oder wie in den Vereinigten Arabischen Emiraten (people of determination), wo in diesen Tagen die Weltspiele von Special Olympics mit der Teilnahme von 7.500 Sportlern aus 190 Ländern stattfinden. Diese arabische Bezeichnung spiegelt ausgezeichnet den heutigen Umgang mit dieser Gruppe von Leuten wieder. Der Wert wird eher auf das gelegt, was man kann (ability), als auf das, was man nicht so richtig beherrscht (disability). Der Fokus liegt auf den angeeigneten Kompetenzen und den natürlichen Talenten. Dieser Wandel wird auch in der Praxis bestätigt. Es gilt also, diese Sportler/Personen so anzuerkennen, wie sie sind, wie erst kürzlich eine Athletensprecherin forderte.

So ist es auch nicht ungewöhnlich, dass Special Olympics-Sportler, auf Grund des regelmäßigen und gezielten Trainings, Leistungen vollbringen können, von denen mancher Freizeitsportler nur träumen kann. Zeiten unter 1:30 im Halbmarathon stehen bei den besten Läufern im Buch. Mit 24 verschiedenen Sportangeboten bei den momentanen Weltspielen in Abu Dhabi und Dubai stechen unter anderem Triathlon, Schwimmen im offenen Meer, Segeln, Golf und Reiten hervor. Aber auch der inklusive Gedanke steht im Vordergrund. Der Vorsitzende von Special Olympics International, Tim Shriver, hat die Idee der ‚Inclusion Revolution‘ als Leitmotiv für die kommenden Jahre ausgegeben. ‚Unified Sport‘, als gemeinsames Sporttreiben von Special Olympics Athleten mit validen Partner, steht nicht nur im Vordergrund der aktuellen Weltspiele. Auch in Luxemburg wird die Inklusion durch den Sport vorangetrieben. So startet Special Olympics Luxemburg in den Emiraten sowohl im Basketball als auch im Tischtennis-Doppel mit einem gemischten Team. Im Alltag besteht im Großherzogtum diese Mischung, wo einer vom anderen lernen kann, auch im Fußball und in einer Schule in Ettelbrück. Die gute Zusammenarbeit mit anderen nationalen Sportverbänden und Vereinen erlaubt es, dieses Miteinander voranzutreiben. Nicht umsonst fand die Umsetzung des ‚Unified Sport‘ Anerkennung bei der Sportspress.lu im letzten Dezember mit der Verleihung des ‚Prix Sport et Handicap‘.“