LUXEMBURG
INGO ZWANK

Daniel Bohr will 2019 wieder in der GT4 Trophy durchstarten

Fahrerisches Können, Pokale und Titel reichen nicht immer aus, um im harten Motorrennsport zu bestehen, das schaffen nur eine Handvoll Fahrer.

Ehrgeizig bereits in jungen Jahren setzte sich der Luxemburger Daniel Bohr von Anfang an das Ziel, Rennfahrer in der Formel 1 zu werden. Im „Journal“-Gespräch blickt er auf seine Rennfahrerzeit und die abgelaufene Saison bei der Porsche Cayman GT4 Trophy der VLN Langstreckenmeisterschaft zurück und wagt auch einen Ausblick auf die kommenden Rennen, die 2019 anstehen.

Rückhalt vonseiten der Familie

Seinen Traum vor Augen hatte Bohr bereits im Alter von fünf Jahren, als er - so wie sein Vorbild, der mehrmalige F1-Weltmeister Michael Schumacher - zum ersten Mal in ein Kart kletterte. „Jeden Samstag ging es für mich im Leih-Kart auf die Piste“, erzählt Bohr – und erwähnt in gleichem Atemzug die Begeisterung seines Vaters für den Motorsport: „Der hat damals kein DTM- oder Formel 1-Rennen verpasst.“ Was somit einen gewissen Rückhalt vonseiten der Familie bedeutete, „denn ohne geht es gar nicht, sowohl in jungen Jahren als auch später.“ Mit neun Jahren gab es dann für Bohr das erste eigene Kart. „Mit zehn bin ich dann schon bei den unterschiedlichsten Clubmeisterschaften mitgefahren, bis hin zu den deutschen und belgischen und der Europameisterschaft.“ 2007 erfolgte der Wechsel in den „richtigen“ Motorsport, in die Formel BMW. „Hier war mein persönliches Ziel, den Sprung in die Formel BMW Europa zu schaffen, doch leider ist dies am Budget gescheitert.“

So merkte der junge Luxemburger mit den Hobbys Fahrradfahren, Fußball, Snowboarden, Fitness und Schwimmen schnell, dass sein Traum von der Formel 1 aus Geldgründen wohl nicht zu realisieren sei. Dass es ein hartes Geschäft im Rennsport ist, merkte der 28-Jährige immer wieder. 2008 eröffnete sich die Chance, in den VW Polo Cup zu wechseln. Aus über 70 Kandidaten wurden zehn Kandidaten ausgewählt, denen diese interessante Möglichkeit eingeräumt werden sollte: „Und ich war dabei. Doch leider musste ich diesen Platz etwas später wieder freigeben, da mir hier die finanziellen Mittel nicht ausreichten. Die Wirtschaft dreht nicht mehr so gut wie früher und auch der Sport ist wesentlich teurer geworden, Sponsoren zu gewinnen ist daher gar nicht mehr so einfach.“

Doch ohne Geldgeber geht es einfach nicht. „Das ist nicht nur bei mir so. Man muss in dem Rennzirkus Geld mitbringen, um fahren zu können“, so das einfache Resümee des jungen Rennfahrers - und das sei übrigens auch in der Königsklasse noch so. „Man fährt ja nicht direkt bei Ferrari oder Mercedes“, sagt Bohr mit einem Schmunzeln. „Daher sind Sponsoren auch heute noch gerne willkommen - ich bin, was das betrifft, sehr offen“, kommentiert Bohr die Lage rund um seinen teuren Sport, und gerne will er weitere potenzielle Geldgeber von seinen Vermarktungsqualitäten überzeugen, was ihm immer wieder sehr gut gelingt.

Nicht zuletzt aufgrund seines fahrerischen Könnens sind Preisgelder aus den Rennen – wovon Bohr in der letzten Saison einige eingefahren hat - bereits fest von Rennteams im Budget solcher Fahrer mit eingeplant.

„Als ich 2015 den Meistertitel im Opel Astra OPC-Cup gewann, dachte ich, dass es 2016 quasi von selbst läuft...“ Aber selbst mit dem Meistertitel in der Tasche und einem Ausflug in die ADAC GT Masters, wo er ebenfalls überzeugen konnte, musste Bohr feststellen, dass es jedes Jahr zu Saisonbeginn wieder bei Null beginnt. „Auch mit Titel wurde es da für mich nicht einfacher.“

Mögliche Preisgelder bereits mit verplant

In der letzten Saison erfuhr Bohr leider nicht das Glück des Tüchtigen. Sah es beim Team Teichmann zu Beginn der Rennsaison noch sehr gut aus, kam gegen Ende der Porsche Cayman GT4 Trophy bei der VLN-Langstreckenmeisterschaft einiges Pech zusammen, sodass Bohr am Ende der Meisterschaft mit dem Ersatzwagen das Podium knapp verfehlte.

Wie sieht es nun für die anstehende Saison an? „Die Gespräche laufen und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich auch in der kommenden Saison wieder in der GT4 Trophy an den Start gehen kann“, sagt Bohr – denn bei dem jungen Talent ist klar: „Ich habe leider nur ein bestimmtes Budget, daher muss ich mir mit einem anderen Fahrer einen Wagen teilen.“ Daher muss schon einiges passen – aber dadurch, dass Bohr bereits sportlich von sich reden gemacht hat, wird dies sicherlich klappen.


www.daniel-bohr.lu