LUXEMBURG
SVEN WOHL

„Fake“-Gewinnspiele machen seit Jahren auf Facebook ihre Runden

Die Welt der Betrugsmaschen auf den sozialen Netzwerken ist groß. Fälschungen gibt es hier, so weit das Auge reicht, egal ob es sich dabei um „Fake News“, falsche Promi- oder Unternehmensseiten dreht. Doch auch bei den Gewinnspielen lässt sich mit „Fakes“ richtig viel Geld machen. Portale wie mimikama.at berichten regelmäßig über die neuesten und dreistesten Versuche, Menschen in die Falle tappen zu lassen und verraten gleichzeitig, wie man diese „Fakes“ frühzeitig entdeckt.

Von wegen harmlos

Ein aktueller Fall: Eine Seite gibt an, dass sie Fernsehgeräte der Marke Samsung verlost. Die Seite wirbt damit, dass man neun dieser teuren Geräte unter jenen verspielt, welche einen Post teilen und diesen kommentieren. Das klingt ziemlich harmlos, oder? Hier warnen mimikama.at und andere jedoch: Hier werden in erster Linie persönliche Daten gesammelt. Die sind natürlich bares Geld wert für die Betrüger. Gewinner gibt es wahrscheinlich keine am Ende - außer den Betrügern. Die löschen meistens kurz vor Ablauf der Frist für das Gewinnspiel den Post einfach, was es erleichtert, den geprellten Nutzern aus dem Weg zu gehen.
Neben den hier im Beispiel genannten Kriterien der Teilnahme gibt es natürlich auch noch andere Varianten. Dazu gehören auch das Liken eines Posts oder das direkte Anschreiben der Seite. Gerne wird dabei von den Betreibern dieser „Pages“ auch ein Link mit ins Spiel gebracht, der natürlich ganz andere Gefahren mit sich bringen kann. Also auf keinen Fall darauf klicken.

Leicht zu entlarven

Es gibt mehrere Ansatzpunkte, an denen sich solche Seiten entlarven lassen. Sie lassen sich größtenteils auch problemlos auf „Fake“-Seiten rund um Promis und Unternehmen anwenden. Oft greifen die Betrüger auf bekannte Markennamen zurück, um eine Art Legitimität vorzutäuschen. Gelegentlich kommen auch komplette Phantasienamen zum Einsatz. Hier lohnt sich der Blick ins Impressum: Ist hier eine Adresse oder ein Kontakt außerhalb von Facebook angegeben? Deckt sich dieser mit der tatsächlichen Anschrift des Unternehmen? Ist vielleicht sogar angegeben, wer Mitglied vom Team der Seite ist? Das Fehlen solcher Informationen trägt nicht unbedingt zur Glaubwürdigkeit dieser Pages bei. Wenn neben dem Namen kein blauer Haken - auch „Verifizierungshaken“ genannt - zu finden ist, sollte man ebenfalls Vorsicht walten lassen. Denn dieser weist auf eine offizielle Seite hin. Auch das Erstellungsdatum kann ein eindeutiger Hinweis sein. Wie wahrscheinlich ist es, dass Samsung erst seit ein paar Wochen auf Facebook unterwegs ist?
Bei den Gewinnspielen selbst lassen sich auch schnell Indizien finden. So werden keine konkreten Teilnahmebedingungen genannt, die Sponsoren werden ebenfalls nicht genannt und zusätzlich mit aus dem Internet zusammengesuchten Bildern beworben.
Wer selbst nicht an einem solchen Gewinnspiel teilnimmt, jedoch sieht, dass Freunde dies auf Facebook tun, sollte man diese darauf hinweisen, dass sie hier in eine Falle tappen. Bei offen angezeigten Freundeslisten kann man auf diese Weise nämlich auch schnell ins Visier der Organisatoren geraten. •