LUXEMBURGSVEN WOHL

„Geek Girl Carrots“ setzt sich jetzt auch in Luxemburg für mehr Frauen im ICT-Sektor ein

Wenn man „Geek Girls Carrots“ hört, denkt man zuerst an einige weibliche Geeks, die eine Vorliebe für Karotten haben, und gemeinsam eine Möhrentorte nach der anderen produzieren. Doch weit gefehlt: Hier geht es ums Programmieren und um Frauen im ICT-Bereich.

Marketing-Gag

„Es gibt zwei Möglichkeiten beim Wählen eines Namens: Entweder man versucht, nahe am Produkt zu sein, oder man sucht etwas Einzigartiges“, resümiert Kamila Sidor, die Gründerin des ursprünglichen Geek Girls Carrot in Polen im Interview mit dem „Journal“. „Die Frage nach dem Namen ist eigentlich die, die am häufigsten gestellt wird“, gibt sie offen zu, meint jedoch, dass es sich gelohnt hat, etwas so Abwegiges zu wählen: Auf Facebook und Twitter hat man es mit so einem Namen schlicht einfacher.

Es scheint auch zu funktionieren, denn mittlerweile gibt es von der Organisation Ableger in Deutschland, Polen und bald auch Großbritannien. Doch was genau sind die Ziele der Organisation? Ganz einfach: Es geht darum, die Position von Frauen im ICT-Sektor zu stärken und mehr Frauen anzulocken. Deshalb werden, wie etwa am vergangenen Dienstag, Meet Ups organisiert. Hier treten jeweils etwa drei Sprecher auf, die ein bestimmtes Thema besprechen. Diese Meet-Ups beschränken sich sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Gästen keinesfalls auf Frauen, Männer sind genau so willkommen. Denn, das stellt man bei Geek Girls Carrots fest, es gibt genug Männer, die sich dafür einsetzen, dass mehr Frauen in diesen Sektor kommen. „Gerade einmal zehn Prozent der Programmierer sind weiblichen Geschlechts“, so Kamila Sidor. Dies ist ebenfalls ein Grund, weshalb man auch Programmierkurse anbieten möchte.

Ein harter Kampf

Frauen direkt anzusprechen und sie mit Positivbeispielen und Erfolgsgeschichten zu motivieren, das sind die Methoden von Geek Girls Carrots. „Wir haben uns entschieden, Stereotypen indirekt zu bekämpfen, indem wir positive Gegenbeispiele geben“, erklären Camila Sidor und Katarzyna Switalska, Organisatorin der luxemburgischen Niederlassung. Denn die Stereotypen, die dazu führen, dass nur wenige Frauen in dieser Industrie ihr Glück suchen, beginnen bereits zuhause. Obwohl es viele Eltern gibt, die ihre Kinder unterstützen, egal welchen Beruf diese wählen wollen, gibt es dennoch viele, die ihnen traditionelle Geschlechterrollen aufzwingen wollen. Dies ist eine Tendenz, die von Schule und Medien aufgegriffen wird. Auch deshalb ist es wichtig für die Organisation, ein positives Bild in den Medien von solchen Success-Stories zu geben. Dies soll einfach zeigen, dass es Alternativen gibt. Eine Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, welche die gleichen Ziele verfolgen wie Geek Girls Carrots werde ebenfalls angestrebt. Denn auch beim Networking wird festgestellt, dass Frauen sich oftmals schwer tun. Auch darauf wird bei den Meet Ups der Organisation ein besonderes Gewicht gelegt.

Allein für dieses Jahr soll noch ein Termin anstehen. Informieren kann man sich über die Facebook-Seite der Gruppe unter: www.facebook.com/GeekGirlsCarrotsLuxemburg