LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Das neimënster startet mit viel Jazz in die neue Spielzeit

Auch über der „Rentrée“ im Kultur- und Begegnungszentrum neimënster hängen „dicke Corona-Wolken“, wie es Direktorin Ainhoa Achutegui am Freitag bei der Programmvorstellung formulierte. Bereits im Sommer hatte man gelernt, sich an die neue Situation anzupassen und – größtenteils im Freien - ein „Bock op… méi intim“-Programm geboten, das dankbar angenommen wurde. „Nun im Herbst stehen wir vor der Herausforderung, alle Veranstaltungen nach drinnen zu verlagern. Erste Erfahrungen haben wir bereits mit den ,ApérosJazz‘ gemacht. Das hat gut funktioniert, langsam kommen wir in die neue Routine. Es ist ein ,Learning by doing‘, auch wenn die ganze Organisation absolut nicht selbstverständlich ist“, gab sie zu bedenken.

Play, Shuffle, Reset, Loading

Am Freitag wurde nun vor allem das Angebot der nächsten Monate im Jazz-Bereich vorgestellt. „Jazz ist seit jeher ganz wichtig in unserem Haus. Und es gibt sogar ein paar Neuheiten“, verriet Ainhoa Achutegui.DasProgramm steht derweil unter dem Oberbegriff „Play“ und setzt sich aus verschiedenen Veranstaltungsreihen mit passenden Namen zusammen. Ein neuer Name wurde auch dem „Luxembourg Jazz Meeting“ in Zusammenarbeit mit music:LX verpasst, das sich nun„Shuffle“ nennt und sich in der fünften Auflage vom 27. bis 29. November als richtiges Festival präsentiert. „Freitags und samstags treten lokale Jazzkünstler auf, die gerade ein neues Album herausgebracht oder ein neues Projekt am Start haben. Sonntags machen wir Platz für Nachwuchstalente“, informierte Giovanni Trono von music:LX. Vom 14. bis 16. Januar steht die vierte Ausgabe des Jazz-Festivals Reset an. Vier Musiker und vier Musikerinnen aus acht Ländern, die acht verschiedene Instrumente spielen, werden von Pascal Schumacher, dem künstlerischen Leiter, ausgewählt, um unterschiedliche Konzertformate zu gestalten. „Es wird immer schwieriger, die Truppe zusammenzusetzen.
Es ist eine Art Puzzle, das sich nach und nach zusammenstelle“, erklärte Schumacher. Sieben „Puzzlestücke“ hat er indes bereits gefunden, mehr wollte er gestern noch nicht verraten. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2004 hat das neimënster über 12.000 Künstler in Residenz empfangen. Unter dem Motto „Loading“ wird im Jazz-Bereich in einer solchen Künstlerresidenz das Konzertspektakel „Musashi, Sur Écoute Quartet“ entstehen. Als„Musik mit Performance und Tanz“ und „Dialog zwischen Japan und Luxemburg“, beschrieb die Direktorin des neimënster dieses Event, das sich im Entstehungsprozess befindet und dem Publikum am 26. September präsentiert wird.
Neue Konzertreihe „Forward“ „Forward“ nennt sich eine neue Konzertreihe. „Es geht darum, den Jazz unter einem anderen Blickwinkel zu sehen, etwa in Verbindung mit Elektro, Hip-Hop oder Soul. Der Erfolg des Reset-Festivals, bei dem ebenfalls ungewöhnliche Mischungen geboten werden, hat uns darin bestärkt, mehr Experimentierräume zu schaffen“, beschrieb Achutegui. So trifft etwa Ananda Grows am 2. Oktober auf Mudaze, während De Läbbel sich für ein Konzert am 17. Oktober mit Martha Da’Ro zusammentut, um nur zwei Beispiele zu nennen. Die sonntägliche „ApéroJazz“-Reihe wird unterdessen in „Pause“ umbenannt und im Robert Krieps-Saal stattfinden. Den Auftakt macht an diesem Sonntag um 11.00 das Laurent Kohn Quartet. Vormerken kann man sich auch schon den 25. Oktober, wenn nämlich im Rahmen des CinEast-Festivals das Hefi Quartet die Musik und den Sound begleitend zur Vorführung des Films „Bestia“(1917)spielt.
Tag der offenen Tür am 17. Oktober Unter dem Motto „Encoulisses“ empfängt das neimënster das Publikum am 17. Oktober ab 11.00 mit zahlreichen Animationen. Der Tag der offenen Tür musste ebenfalls aufgrund der Corona-Pandemie auf den Herbst verlegt werden. „Wir mussten ihn neu denken und das Konzept ändern. Auch wenn wir uns hier auf einer Fläche von 13.000m2 befinden, machen es uns die Covid19-Regeln nicht leicht“, gab die Direktorin zu bedenken. Eine ganze Reihe kleiner Spektakel wird über den Tag verteilt in verschiedenen Räumlichkeiten angeboten. Das reicht von „Le (tout) Petite Prince“ für die ganz Kleinen über Performances von Catherine Elsen oder Anne-Mareike Hess bis hin zu Konzerten von Martha Da’Ro, PolBelardi und PitDahm sowie DJ Cornelia an den Turntables.
Großes Angebot für die Kleinen Auch dem minimënster-Programm für das junge Publikum mangelt es in der neuen Saison nicht an interessanten Produktionen. Viele davon hätten eigentlich im Frühling bereits in der Abtei gastieren sollen. „Wir haben alles auf ein späteres Datum verlegt. Es kam nicht in Frage, etwas komplett abzusagen“, unterstrich Ainhoa Achutegui. Freuen dürfen sich die Kleinen etwa auf „D’Geschicht vum klenge Fuuss, deen e Buch wollt schreiwen“ (musikalische Erzählung, 8.11), „Do-Re-MiKa-Do“ (Tanzperformance, 13.12), „Est-ce que je peux sortirdetable?“(Zirkus&Theater,24.01),„Soundcolors“ (musikalische Installation, 8.02-28.02) oder „Das Uhu Experiment“(TheaterundWorkshops,28.03). Als weitere Programm-Highlights wurden etwa die Ausstellungen „Shoah et bande dessinée“ (ab 1.10) und „PaulKirps,Time0“ (ab11.11) genannt, ebenso wie das FestivalCinEast (8.10-25.10) oder ein Abend mit zeitgenössischem Tanz mit Anne-Marie Van, alias Nach, und der Rapperin Nicool (29.10).
Das ganze Programm unter www.neimenster.lu