LUXEMBURGSIMONE MOLITOR

Alle Ausstellungsräume im „Casino Luxembourg“ wieder geöffnet

Langsam kehrt das Leben in die Kulturinstitutionen zurück, wenngleich natürlich nach wie vor mit Einschränkungen. Mit der ersten Phase der Lockerungen hat auch das „Casino Luxembourg - Forum d’art contemporain“ den Weg aus dem Virtuellen zurück in die Realität gefunden und die Gesamtheit seiner Ausstellungsräume wieder für das Publikum geöffnet. Selbstverständlich werden die aktuellen sanitären Maßnahmen strikt befolgt. Außerdem wurden die Öffnungszeiten angepasst. Das „Casino Luxembourg“ ist täglich (außer dienstags) von 11.00 bis 18.00 geöffnet.

Drei Ausstellungen verlängert

Von der plötzlich angeordneten Schließung aller kulturellen Einrichtungen im März waren drei Ausstellungen im Casino betroffen, die teils erst kurz zuvor eröffnet worden waren. Sie werden nun verlängert. „They Might Stay the Night“ der in Basel und London lebenden Künstlerin Sophie Jung kann bis zum 25. Oktober besichtigt werden. Es handelt sich hierbei um die erste umfangreiche Einzelausstellung der Luxemburgerin in ihrem Heimatland. Im ersten Stockwerk des Kunstzentrums hat sie eine Auswahl ihrer skulpturalen Werke in Szene gesetzt. In ihrer Arbeit verbindet sie Text, Skulptur und Performance, um die Politik der Repräsentation zu erkunden. Dabei strebt sie eine „Entkategorisierung von Konzepten und eine Entkonzeptualisierung von Kategorien“ an. Die Künstlerin hinterfragt letztlich die reduzierende Art, in der wir unsere Schlussfolgerungen ziehen.

Zwei Video-Experimente

Bis zum 6. September läuft die Video-Expo des britischen Künstlers Ben Wheele, der die ganze Palette an Techniken der digitalen Animation nutzt. Er präsentiert seine immersive Installation „Deep | Dark | Dank“, die den Besucher in eine fantastische Welt mit düster-lustigen Kreaturen transportiert und die durchaus als Abrechnung mit der Videoplattform Youtube verstanden werden darf.

Ebenfalls bis zum 6. September zu sehen ist der Videobeitrag „Feed Me“ der schottischen Künstlerin Rachel Maclean. Eigentlich hätte von ihr die interaktive Installation „I’m terribly sorry“ gezeigt werden sollen, die aber wegen der Corona-bedingten Vorgaben nicht für das Publikum zugänglich gemacht werden konnte. In ihren schrillen Filmen in bunten Zuckergussfarben nimmt Rachel Maclean die Ängste und Gewohnheiten der zeitgenössischen Gesellschaft aufs Korn. „Feed Me“ wird als ihr bisher ehrgeizigstes und kühnstes Projekt beschrieben. Mit seiner eindringlichen Galerie fragwürdiger Charaktere (alle mit außergewöhnlichem Elan von Maclean selbst dargestellt) sei „Feed Me“ ein vielschichtiger Schock für die Geschmacksknospen, der Lust auf mehr mache.

InfoLab beschränkt zugänglich

Was das InfoLab mit seiner Bibliothek und seinem Lesesaal anbelangt, so gelten ebenfalls eingeschränkte Öffnungszeiten: montags, mittwochs, donnerstags und freitags von 13.00 bis 17.00. Vier Personen dürfen sich gleichzeitig in dem Raum aufhalten. Die Werke werden vom Casino-Personal ausgehändigt und kommen nach der Konsultierung in Quarantäne.

Die nächsten Ausstellungen, die im „Casino Luxembourg“ starten, sind: Germaine Hoffmann „Die Zeit ist ein gieriger Hund“ (3.10 - 29.11), die Kollektivschau „L’Homme gris“, kuratiert von Bejamin Bianciotto (14.11-31.01), und Arnaud Eubelen (19.12-21.02).

„Triennale Jeune Création“ ein Jahr später

In diesem Sommer hätte eigentlich die fünfte Auflage „Triennale Jeune Création“ von den Rotondes organisiert werden sollen, diesmal in enger Zusammenarbeit mit dem „Casino Luxembourg“. Dessen Direktor Kevin Muhlen hätte die Rolle des Kurators übernehmen sollen. Die Ausstellung sollte unter dem Titel „Brave New World Order“ stehen. Dies war auch das Thema, zu dem die jungen Künstler ihre Projekte einreichen sollten. 20 Künstler sollten ab dem 26. Juni in den Rotondes und 20 im Casino ausstellen. Da die Corona-Pandemie und das Lockdown die Organisation jedoch unmöglich machten, hat man entschieden, die fünfte „Triennale Jeune Création“ auf nächstes Jahr zu verschieben. Vormerken kann man sich schon mal das Datum vom 2. Juli bis zum 29. August 2021. „Brave New World Order“ bleibt das Motto, und auch an der Auswahl der Künstler ändert nichts - 25 Frauen, zwölf Männer, ein männliches Kollektiv und zwei gemischte Duos. 16 Künstler stammen aus Luxemburg, 18 aus Frankreich, drei aus Deutschland und drei aus Belgien.

Die Vernetzung der Künstler ist seit ihrer ersten Ausgabe eines der Hauptziele der Triennale. Da der physische Kontakt derzeit immer noch schwierig ist, wird umso mehr Wert auf die Nutzung einer digitalen Austauschplattform gelegt, die vor kurzem unter www.bravenewworldorder.lu an den Start gegangen ist. Dem Publikum wird so gleichzeitig die Möglichkeit geboten, die teilnehmenden Künstler und ihre künstlerische Arbeits- sowie Denkweise zu entdecken.


Weitere Infos unter www.casino-luxembourg.lu