LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Sommerprogramm im neimënster unter dem Motto „Bock op... méi intim“

Mit neuem Namen und umfangreicherem Programm ging „Bock op“ 2018 im Kultur- und Begegnungszentrum neimënster an den Start und löste damit das langjährige „Festival OMNI“ ab. 20.000 Besucher hatten Bock auf die Events dieser ersten Ausgabe. „Die Sommerzeit ist eine der wichtigsten Perioden im Veranstaltungskalender unseres Hauses. Die Konzerte, die wir hier bieten, ziehen immer sehr viele Leute an“, hatte Direktorin Ainhoa Achutegui letztes Jahr bei der Programmvorstellung gesagt. Niemand hätte damals geahnt, dass bereits 2020 wieder neu geplant werden müsste und zwar für ein eingeschränktes Publikum. „Bock op... méi intim“ heißt es deshalb in diesem Sommer.

Mit Erleichterung sei die Möglichkeit, progressiv zur Normalität zurückkehren zu können, im Kultursektor aufgenommen worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Während der Ausgangssperre habe das Team die Arbeit im Homeoffice fortgesetzt, um nun ein Sommerprogramm präsentieren zu können, das im Einklang mit den im Kontext der Corona-Krise geltenden sanitären Auflagen sei. Wie der Name bereits verrät, wird die „Bock op“-Ausgabe 2020 intimer ausfallen, sich aber weiterhin an ein breites Publikum richten. An den Open-Air-Konzerten im „Parvis“ der Abtei wird festgehalten. Auch Ausstellungen und Begegnungen mit den „artistes en résidence“ werden ermöglicht.

Bühne frei für die junge lokale Musikszene

Unter dem Motto „Lëtz‘ Play“ wird insbesondere der luxemburgischen Musikszene eine Bühne geboten. Zahlreiche aufstrebende Talente verschiedenster Musikrichtungen können entdeckt werden. Der Eintritt kostet pro Konzert noch dazu nur zehn Euro. Den Anfang macht am 15. Juli um 18.30 das Jazzduo Claire Parsons & Eran Har Even. Die junge Rapperin und Hip-Hopperin Nicool (support Evy) tritt am 20. Juli um 18.30 auf. Elektro-Sound gibt es am 30. Juli um 19.00 mit Sun Glitters, alias Victor Ferreira. Mit Pop Folk steht am 6. August um 18.30 die Singer-Songwriterin C’est Karma (support Hannah Ida) auf der Bühne im Schatten des Bockfelsen. Der Gitarrist Patrick Miranda präsentiert am 11. August um 18.30 seine Soloprojekt
Pleasing
(Progressiv Rock). Am 19. August um 18.30 spielt Francis of Delirium (support AEM). Dahinter verbergen sich Jana Bahrich und Chris Hewett, die eine Mischung aus Grunge Rock und alternativer Elektromusik bieten. Bartleby Delicate (Folk Rock), alias Goerges Goerens tritt am 28. August um 18.30 auf.

„Apéro Jazz“-Reihe unter freiem Himmel

Auch an der „Apéro Jazz“-Reihe wird selbstverständlich im neimënster festgehalten, allerdings in einer ungewohnten Form, nämlich immer um 11.00 bei freiem Eintritt auf der Freilichtbühne im Innenhof. Hier macht am 5. Juli DBDB, die Dahm Belardi Deconfiture Band, den Anfang. Bassist und Multiinstrumentalist Pol Belardi und Schlagzeuger Pit Dahm teilen sich die Bühne mit den Jazzmusikern ihres Vertrauens David Ascani (Saxofon), Sebastian Schlapbe Flach (Bass) und Jérôme Klein (Piano, Drums). The Minor Majors treten am 12. Juli auf. Zu dem Quintett gehören Jitz Jeitz (Saxofon), Georges Soyka (Trompete), Arthur Possing (Piano), Laurent Peckels (Bass) und Paul Fox (Schlagzeug). Das Eve Beuvens Trio um die gleichnamige Komponistin und Pianistin spielt am 19. Juli. Am 26. Juli gehört die Bühne Ivan Paduart (Piano) und Patrick Deltenre (Gitarre, Harmonika) und ihrem Projekt Ear we are. Am 2. August spielt das ENKI Quartet. Das Vogue Trio um den Kontrabassisten Guiseppe Millaci gibt am 9. August ein Konzert. Das Nico Morelli Trio ist am 23. August zu Gast, derweil das Sammy Vomacka Trio am 30. August auftritt.

Serie an Barockkonzerten unter dem Titel „Sunset Strings“

Um den Anfang der „Post-Confinement“-Ära besonders zu markieren, startet neimënster noch dazu eine Serie an Barockkonzerten unter dem Titel „Sunset Strings“ immer um 21.00 unter freiem Himmel. Los geht es am 4. Juli mit „Les délices de la solitude“ und einer Sammlung an Sonaten des französischen Barockkomponisten Michel Corrette, gespielt von den Violinisten Anja Enderle und Jean Halsdorf. Am 10. Juli heißt es „Olé!“ mit Barockwerken aus Spanien und Lateinamerika, dargeboten von Véronique Nosbaum (Soprano) und Cary Greisch (Gitarre). Unter dem Titel „Dans les jardins secrets de François Couperin“ präsentiert Anne Galowich (Cembalo) ihr Konzert am 17. Juli. „A midsummernight’s dream“ erwartet das Publikum am 24. Juli. Freuen darf man sich auf eine Begegnung zwischen William Shakespeare und Henry Purcell, Poesie und Musik, dies mit Véronique Nosbaum, Isabelle Poulnard und Frank Agsteribbe. Die Tickets kosten jeweils 15 Euro.

Die Kunst kehrt zurück in die Abtei

Auch die Künstler erobern das Areal der Abtei im Sommer zurück. Entdecken kann man wie gehabt natürlich die permanente Ausstellung des Bildhauers Lucien Wercollier. Die Expo „Portugal et Luxembourg: Pays d’espoir en temps de détresse“ im Kreuzgang kann bis zum 13. September besichtigt werden. „Les pionnières, Les années ‚90 : Portraits de femmes“ öffnet am 4. Juli im Gewölbesaal und läuft bis zum 20. September. Fotograf Bohumil Kostohryz zeigt seine „Scènes du Luxembourg“ vom 10. August bis 11. September in der Kapelle. „Meet the artist“ wird ebenfalls ermöglicht. Vier Künstler profitieren über die Sommermonate vom dortigen Residenzprogramm. Ihnen kann man währen der Arbeit über die Schulter schauen und sich mit ihnen austauschen: Romane Armand (vom 29. Juli bis 31. August immer mittwochs zwischen 10.00 und 12.00 sowie 14.00 und 18.00, Reservierung erforderlich), Anne-Mareike Hess (am 12. August um 18.30), Pierre Coulibeuf (vom 9. bis 15. August, weitere Informationen fehlen) und Leyla Rabih (am 27. August um 18.30 und am 28. August um 14.00, Reservierung erforderlich).


Weitere Informationen unter www.neimenster.lu.

Reservierung über Tel. 262052-1 oder contact@neimenster.lu