Wie gestern nach einer gemeinsamen Pressekonferenz des grünen österreichischen Abgeordneten Peter Pilz mit den grünen Parteipräsidenten aus Deutschland und Luxemburg, Cem Özdemir und Christian Kmiotek, zu erfahren war, ist das Ausmaß des BND/NSA-Spionageskandals - zahlreiche Telekommunikationsleitungen zwischen Luxemburg und anderen europäischen Städten wurden ab 2005 vom deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) für den US Geheimdienst NSA angezapft; Luxemburg erstattete inzwischen nach Österreich als zweites Land Anzeige gegen Unbekannt - noch größer als bisher angenommen.
Vorwürfe zurückgewiesen
So tauchen auf der gestern von Pilz präsentierten Wunschliste der NSA nicht nur die vier bereits bekannten Leitungen auf, sondern insgesamt elf Destinationen. Neben den bereits bekannten Verbindungen von Luxemburg nach Moskau, Prag, Ankara und Wien, sind auch die Leitungen nach Kopenhagen, Stockholm, Helsinki, Amsterdam, Zürich, Milan und Rom betroffen.
Spionage der NSA und des BND gegen Freunde und Partner sei absolut inakzeptabel, monierte Kmiotek; dieser Fall müsse restlos aufgeklärt werden und dürfe sich in Zukunft unter befreundeten Ländern nicht mehr wiederholen.
Deutsche Sicherheitskreise wiesen die Vorwürfe gestern indes zurück.


