LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Satellitenbetreiber SES erfolgreich im ersten Semester 2014

Wenn die USA den Gürtel enger schnallen, zieht das auch eine Menge Luxemburger Unternehmen in Mitleidenschaft - und nicht zu knapp. Zum Beispiel den Satellitenbetreiber SES, dessen Umsatz in Nordamerika im ersten Halbjahr 2014 im Jahresvergleich um 13,5% auf 167,2 Millionen Euro geschrumpft ist.

Die rückläufige Entwicklung ist der budgetpolitisch bedingten Nicht-Verlängerung verschiedener Verträge mit US-Regierungsbehörden zuzuschreiben. So wurden etwa die Gelder für den Einkauf von Nutzlastkapazität auf SES-Satelliten für die US-Air Force gestrichen.

Insgesamt aber verzeichnete die Gesellschaft mit Sitz in Betzdorf, die seit April mit Karim Michel Sabbagh einen neuen CEO hat, ein ausgezeichnetes erstes Semester. Umsatz und Gewinn konnten verbessert werden, derweil drei neue Satelliten ins All gebracht wurden. Bis zum letzten Quartal 2017 sind noch vier weitere Starts in Planung.

Damit steigert der Satellitenbetreiber weiter sein Transponderkapazität, die momentan bei 1.530 liegt, von denen 72,5% genutzt werden, sowie seine Reichweite bei der Abdeckung wichtiger Märkte.

SES versucht vor allem, sich auf den Entwicklungsmärkten wie Asien oder Lateinamerika besser in Position zu bringen. Die Satellitentechnologie verbessert sich beständig auf allen Ebenen.

Wobei die Gewichtsreduzierung in einem Geschäft, wo jedes Kilo beim Start die Kostenwaage belastet, eine bedeutende Rolle spielt. Die „Launcher“-Branche selbst entwickelt sich ständig weiter: Längst wird an Raketensystemen gefeilt, die wiederverwendbar sind.

Wachstumsprognose von sechs bis sieben Prozentfür 2014 bestätigt

„Die Ergebnisse zeigen, dass wir mit unserer Strategie der Fokussierung von Zielregionen und vertikalen Märkten richtig liegen“, kommentierte der neue SES-Chef gestern den Halbjahresbericht. Während die Übertragung von Fernsehkanälen nach wie vor das Kerngeschäft der SES ist, baut das Unternehmen auch das Datenübertragungs-Angebot für institutionelle Kunden oder Großunternehmen aus. Ein Riesenpotenzial sieht SES auch in der mobilen Datenübertragung für Kunden in Flugzeugen oder Schiffe sowie in der Breitbandkonnektivität in Schwellenländern.

Erst am 10. Juli startete der Satellitenbetreiber O3b Networks. Die Gesellschaft, an der die SES eine nennenswerte Beteiligung hält, soll den so genannten „Fibre in the Sky“-Dienst aufbauen, der bisher nicht abgedeckte oder nur ungenügend abgedeckte Regionen mit Hochgeschwindigkeits-Internet bedienen soll.

Durch den Ausbau der Flotte können die oben genannten Dienste in einem immer größeren Radius angeboten werden. Die langfristige Auftragslage bleibt sehr gut.

Das Unternehmen blickt somit sehr optimistisch in die Zukunft. Sabbagh bestätigte gestern die Prognose von sechs bis sieben Prozent Umsatz- und EBITDA-Wachstum für 2014.