LUXEMBURG
MARCO MENG

Standardisierung kommt: Hedgefonds und traditionelle Fonds nähern sich an

Clearstream-Chef Jeffrey Tessler, Finanzminister Pierre Gramegna und der Chef von RBC Luxembourg, Sebastien Danloy, als Vorsitzender der diesjährigen Konferenz, sprachen die Eröffnungsworte. Transparenz, der asiatische „Fundspassport“ - eine Zulassung gültig in allen asiatischen Ländern - sowie die Rolle der Sozialen Medien in der Fondsbranche waren gestern auf dem 12. „Clearstream Fund Summit“ in der hauptstädtischen Philharmonie drei der diskutierten Themen. Daneben stand auch die Zukunft der Operationen für Alternative Investmentfonds (AIFs) im Mittelpunkt.

Vor sieben Jahren mit der Lehmann-Pleite und der Eskalation der Finanzmarktkrise galten Alternative Investmentfonds, vor allem Hedgefonds als großer Teil davon, als Quelle allen Übels. Für Bill Gourlay, Chef des Finanzdienstleisters The Idea Group, steht indes fest, dass seitdem bei Alternative Investmentfonds, wozu auch Immobilienfonds und Private Equity Fonds zählen, viel geschehen sei. So zum Beispiel die AIFMD-Direktive zur Regulierung von Alternative Investment Fund Manager in der Europäischen Union, die seit 2013 die meisten EU-Staaten, darunter Luxemburg, in nationales Recht umgesetzt haben.

Hedgefonds Nun ist die in der Hedgefonds-Branche vieldiskutierte Frage, wie das Geschäft der Hedgefonds operationell verbessert werden kann. „Gehen wir zurück, wo wir 2007 waren oder gehen wir vorwärts in die Zukunft“, fragt Gourlay.

Operationelle Abläufe verbessern

John O’Mahony von Clearstream Global Securities Services, weist darauf hin, dass „alternativ ist nicht gleich alternativ“ sei, sondern auch hier bestünde zwischen verschiedenen Produkten ein erheblicher Unterschied im Hinblick auf die Art der Investitionsstrategie bis hin zu der Frage, wer die Investoren seien.

Alternative Investmentfonds bieten zumindest im Vergleich zu anderen Investmentprodukten mehr Möglichkeiten, so sieht es Rafal Kwasy, Chef von Global Distribution and Transfer Agency bei HSBC, weist darauf hin.

Vor der Finanzkrise habe man aber zu sehr auf die Kostenseite geschaut und weniger auf die geschäftlichen Operationen. Doch gerade hier bestehe viel Verbesserungspotenzial, nicht nur, um das Management von Hedgefonds effizienter zu machen. Raum für Verbesserung böten hier eine stärkere Standardisierung, die als Folge dessen eine größere Automatisierung der Prozesse erlaube. Dem entgegen stehe aber vielfach die Komplexität der Produkte, die oft nur wenige Transaktionen pro Tag oder Monat machen, was wiederum für eine Standardisierung wenig Anreiz bietet.

Olivier Lens, zuständig für das Fondsgeschäft beim Finanzdienstleister SWIFT, sieht eine rasche und auch signifikante Automatisierung des Managements von Hedgefonds als schwierig an, glaubt aber, dass ein Split der Dienstleistungen von Alternativen und Offene Investmentfonds stattfindet. Schon heute sei hier vielfach der Unterschied zwischen beiden nur gering. Swift stehe hier mit den Akteuren immer im Gespräch und sehe es als seine Aufgabe an, diese an einen Tisch zu bringen, um Fortschritte zu erreichen.

Kwasy sieht es so, dass das Alternative und traditionelle Investmentsfondsgeschäft unter anderem bei der Frage der Vertriebskanälen näher zusammenkommen, was zum einen beide einander näher brächte, aber auch zu mehr Standardisierung beitragen würde.Fakt sei jedoch, und darin stimmen die Profis überein, dass die Zusammenarbeit zwischen Fondsdienstleistern wie einer Transfer Agency und dem Fondsmanager enger werde. Simple Prozesse machten nicht nur das Fondsmanagement effizienter, sondern erhöhe auch den Investorenschutz.