MERSCH
SIMONE MOLITOR

Ein Rundgang durch das „Mierscher Kulturhaus“ mit Blick hinter die Kulissen

Als das „Mierscher Kulturhaus“ im Jahr 2004 seine Türen öffnete, wurde das Projekt noch von manchen Seiten mit argwöhnischen Blicken beäugt. Wer jedoch einmal eine Veranstaltung dort besucht hat, kehrt zurück. Da ist sich Direktorin Karin Kremer sicher, die uns an diesem Tag nicht ohne Stolz durch „ihr“ Haus führt. Eine der ersten Veranstaltungen waren seinerzeit die Feierlichkeiten zum 150. Jubiläum der „Mierscher Musek“. Inzwischen setzt sich das Team des Kulturhauses aus sieben Leuten zusammen.

Flexibel nutzbarer großer Saal

Im „Foyer-Bar“ im großzügigen, lichtdurchfluteten Eingangsbereich steht reichlich Platz für wechselnde Ausstellungen zur Verfügung. Auch kleinere Veranstaltungen und Empfänge werden dort abgehalten. Herzstück ist selbstverständlich der große Saal, der sich für ganz verschiedene Veranstaltungsarten eignet. 439 Personen finden dort Platz. „Im Mai nächsten Jahres bekommen wir neue Zuschauerränge“, bemerkt Kremer. Das Besondere am großen Saal: „Er kann komplett geleert werden. Die Künstler können folglich entscheiden, wie sie den Raum nutzen wollen. Der Saal kann der Produktion angepasst werden und nicht umgekehrt, wie das oft der Fall ist. Der Künstler ist also in diesem Sinne in seiner Kreativität nicht eingeschränkt. Im Allgemeinen können wir uns den jeweiligen Events anpassen“.

Workshops im „blauen Saal“ - Kleinkunst im Keller

Im „blauen Saal“ im Obergeschoss mit eigenem Zugangsbereich werden Workshops abgehalten, etwa Tanzkurse. Auch Probemöglichkeiten gibt es dort. „Dieser Saal wird extrem viel genutzt, er ist zu 98 Prozent ausgelastet“, berichtet Kremer. Die lokale Musikgesellschaft hat ihren Probesaal ebenfalls im Kulturhaus. Zwischendurch werfen wir einen Blick in die Künstlerlogen, ein großer Raum, der sich aber in „einzelne Ställchen“, wie Kremer es schmunzelnd formuliert, unterteilen lässt. Relativ neu ist ein kleiner Veranstaltungsraum im Untergeschoss. „Wir haben viele Kleinkunstveranstaltungen in unserem Programm, und da wir den großen Saal - auch wenn er sehr flexibel ist - deshalb so oft umbauen mussten, haben wir kurzerhand entschieden, diese Art Lagerraum in einen Veranstaltungssaal für 60 Zuschauer umzuwandeln. Hier bieten wir also der Kleinkunst eine Bühne, auf Französisch nennt man das ,Théâtre de Poche‘. Die akustischen Bedingungen sind auch in diesem Raum optimal, dafür wurde Sorge getragen und dementsprechend investiert“, informiert Kremer.

„Das ganze Haus ist übrigens barrierefrei“, bemerkt die Leiterin zwischendurch, während sie mit uns durch verschiedene Gänge und Technik- sowie Lagerräume läuft und wir langsam die Orientierung verlieren. Uns kommt das Ganze vor wie ein Labyrinth, und wir wundern uns, als wir irgendwann wieder im „Foyer“ stehen. Die Verwaltung befindet sich nicht im Haupthaus, sondern im Dachgeschoss des alten Gebäudeteils mit eigenem Eingangsbereich, wo auch die Regionalbibliothek untergebracht ist. Eine direkte Verbindung zwischen beiden Gebäuden gibt es nicht. „Sie sehen, wir müssen jeden Tag ganz schön viel Sport treiben und etliche Treppen rauf- und runterlaufen“, sagt Kremer und lacht.

Alle weiteren Informationen sowie die Details zum Programm der Saison 17/18 finden Sie unter www.kulturhaus.lu