LUXEMBURG
SVEN WOHL

Trockenheit zwingt Bauern dazu, bei Futtermitteln umzudenken

Die Trockenheit ist nicht neu. Doch ihre Ausmaße erreicht neue Dimensionen. Vor allem im Süden und Osten des Landes ist die Abweichung der Niederschläge im Vergleich zur Referenzperiode (1981- 2010) mittlerweile gravierend (siehe Grafik). Bauern, die ihre Futtermittel vorwiegend selbst anbauen wollen, müssen Alternativen suchen. Oder ganz tief in die Tasche greifen, um zusätzliche Futtermittel einzukaufen.

Unmöglich, Niederschlagsausfälle ganz wett zu machen

In seiner Antwort auf die parlamentarische Anfrage der DP-Abgeordneten André Bauler und Gusty Graas erläutert Landwirtschaftsminister Romain Schneider, wie die Alternativen aussehen könnten. So müsste anderes Getreide angebaut werden, um dem Klimawandel entgegen zu wirken. Hier ist die „Administration des Services Techniques de l‘Agriculture“ (ASTA) dabei, neue Mischungen zu testen. Auch das „Lycée technique agricole“ (LTA) und das „Institut fir Biologësch Landwirtschaft an Agrikultur Lëtzebuerg“ (IBLA) führen solche Forschungen durch. Trockenheitresistente Sorten wie etwa Luzerne, Knäuelgras, Schwingel, Sorgho, Soja und Sonnenblumen seien die besten Möglichkeiten, sich an die Gegebenheiten anzupassen. Die Landwirte müssten die Palette an Getreidesorten ausweiten und ihre Rotation ändern, genau so wie ihre Art, den Boden zu bearbeiten. Im Frühjahr mehr Futtermittel herzustellen, könnte einer Knappheit ebenfalls vorbeugen. Dennoch unterstreicht der Landwirtschaftsminister, dass die anhaltenden und fortschreitenden klimatischen Veränderungen sich nicht gänzlich so ausgleichen ließen. Das Niederschlagsdefizit würde sich auf jeden Fall bemerkbar machen. Der Minister betont, dass diese Defizite regional unterschiedlich ausfallen würden. Im Norden des Landes wären sie nicht so sehr ausgeprägt, wie im Süden oder im Moseltal. Hier hätte sich der Mangel an Regen im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Die Analyse zeige zudem eindeutig, wie einzigartig die Trockenheit dieses Jahr ausfällt.

Was dieses Jahr betrifft, würde das Vieh bereits mit Futtermitteln versorgt, die eigentlich erst für den Winter vorgesehen seien. Während einige landwirtschaftliche Betriebe jedes Jahr Futtermittel einkaufen würden, wären dieses Jahr mehr Landwirte darauf angewiesen, als das üblicherweise der Fall ist. Es handelt sich hierbei nicht um ein auf Luxemburg beschränktes Problem, sondern betrifft die gesamte Großregion. Die Regierung habe jedoch 2018 einen Aktionsplan angenommen, welcher eine Strategie aufbietet, um auf den Klimawandel in der Periode 2018-2023 zu reagieren.