PATRICK WELTER

Die Stunde der Hetzer. Anders kann man es nicht nennen, was mal wieder aus der Ecken der Linken, der Islamisten und zum Teil auch aus dem Gemüsebeet der naiven Gutmenschen kommt. Die Israelis sind mal wieder die Schlächter, die Völkermörder, die Friedensfeinde die grundlos arme Palästinenser im Gaza-Streifen massakrieren. Eine blöde Frage: Wer hat angefangen, wer hat die Vernichtung Israels auf seine Fahnen geschrieben? Ja, liebe Friedensfreunde, es waren wirklich die Mordbuben von der Hamas, die mit der sinnlosen Ballerei angefangen haben. Die Hamas brauchte dringend einen kleinen Krieg, um endlich mal wieder Zulauf zu haben. Den haben sie jetzt, die Verluste unter der Zivilbevölkerung kühl einkalkuliert. Gaza ist Geisel der Hamas.

Den Israelis ist vorzuwerfen, dass sie mal wieder in diese Propagandafalle getappt sind. Frei nach dem alten Motto: „Wenn mich jemand provozieren will, dann lass‘ ich mich provozieren“. Gut, was will man von Bibi Netanjahu erwarten. Die Überzeugung, dass auf einen groben Klotz ein mindestens so großer Keil gehört, zeugt nicht von diplomatischem Geschick. Aber Bibi hat Rückhalt. Jeder Israeli sehnt den Tag herbei, an dem Schluss ist mit den Raketen, genauso wie die Einwohner Gazas das Ende des israelischen Beschusses herbeiwünschen.

Das sieht der engagierte Gutmensch natürlich nicht, der geht lieber auf Demos und schämt sich kein bisschen über den Beifall aus der falschen Ecke. Nicht Männer und Frauen mit den Springerstiefeln schreien antisemitische Sprüche, sondern die äußerste Linke und die islamistische Fraktion. Die Neonazis sitzen still in der Ecke und freuen sich. Die Tageszeitung „Die Welt“ hat die Frage gestellt, ob man in Europa die Kippa, die jüdische Kappe für das Hinterhaupt, in der Öffentlichkeit tragen kann? Man kann nicht.

Wie immer ist es bemerkenswert blöd, Religion und Staatlichkeit miteinander zu verwechseln. Ein Jude der in Frankfurt lebt, ist zuerst einmal Deutscher, genauso wie sein Cousin in Paris zuerst einmal Franzose ist. Aber beide werden wegen der Politik eines anderen Staates auf der Straße angemacht „was sie da in Gaza machen“.

Ohne den ganzen Nahostkonflikt noch aufdröseln zu wollen: Wer hat den Teilungsplan der UN 1946 nicht angenommen? Wer hat den Palästinensern jede Menge falsche Versprechungen gemacht? Wer hat seit 1948 die Integration der Palästinenser in die Gesellschaft der Fluchtländer verhindert? Die Antwort ist einfach - die arabischen Brüder.

Gaza hat nicht nur eine Grenze mit Israel, sondern auch mit Ägypten. Eine Grenze die zu und verrammelt ist.

Nochmal: Die Existenz Israels geht auf die Unfähigkeit der europäischen Staaten (mit Ausnahme Dänemarks) zurück, ihre eigenen jüdischen Bürger zu schützen. Adolf Eichmann ist nicht losgezogen und hat Juden totgeschlagen. Nein, er hat im Westen verhaften und im Osten totschlagen lassen, jeweils von Einheimischen. Die Deutschen brauchten nur noch die Gaskammern zu bedienen.

Ja, es ist mal wieder die Holocaust-Keule, aber wer die israelische Härte kritisieren will, sollte erstmal lernen, woher das Trauma stammt.