LUXEMBURG
MM

Forscher gründen Start-up „Motion-S“

Wissenschaftler des „Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust“ (SnT) der Universität Luxemburg wollen das Autofahren sicherer machen und haben mit ihrer App die Jury überzeigt: Sie sind die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs „Mind & Market“ den Deloitte, die Universität Luxemburg, der Fonds National de la Recherche (FNR), Luxinnovation und Mind & Market Belgium veranstalteten.

Entwickelt haben die SnT-Forscher eine Handy-Applikation mit dem Namen „Game of Roads“, die Autofahrer dabei unterstützt, ihre Fahrten sicherer und auch umweltfreundlicher zu machen. Das Programm nutzt die Freude insbesondere junger Menschen an Computerspielen: Je risikoärmer die Fahrweise, desto mehr Spielpunkte bekommt der Fahrer und desto höher steigt er in den Rankings, in denen er sich mit anderen Spielteilnehmern vergleichen kann.

Erster Großkunde

Zur Vermarktung der App und der dahinter stehenden Entwicklungsarbeit hat das Team um SnT-Forscher Dr. Raphael Frank eine Firma gegründet. Und das Start-up-Unternehmen „Motion-S“, hat sogar schon einen ersten Großkunden: Eine Versicherung, die ihre Versicherungsnehmer zu unfallfreiem Fahren ermutigen möchte. Um Datenschutz zu gewährleisten, wird die Berechnung der Fahrleistung lokal auf dem Handy durchgeführt und keine GPS-Daten übermittelt - die Versicherung erhält nur die im Spiel erreichten Punktstände, die Scores. Doch auch für andere Zwecke als die Steigerung der Verkehrssicherheit ist das Programm nutzbar: „Beim Einsatz in großen Fahrzeugflotten, wie sie etwa Pflegedienste betreiben, lassen sich mit unserer Anwendung die Unfallzahlen und der Kraftstoffverbrauch senken“, sagt Raphaël Frank. Die App nutze verschiedene Sensoren, die sich in jedem modernen Smartphone finden, erklärt German Castignani, der gemeinsam mit Frank wesentliche Teile der Entwicklungsarbeit geleistet hat: „GPS, der Kompass und ein Beschleunigungssensor liefern die wichtigsten Daten über die Fortbewegung - ohne dass das Mobiltelefon mit dem Auto direkt verbunden sein muss. Damit sich verlässliche Aussagen über das Fahrverhalten der Nutzer machen lassen, mussten die SnT-Forscher viele Variablen in den Griff bekommen, wie Castignani erklärt, da die Sensoren in verschiedenen Mobile-Phones h unterschiedliche Qualität haben. Ebenso muss das Programm den Fahrzeugtyp berücksichtigen - damit die normale Beschleunigung eines Sportwagens nicht zu einem schlechteren Ranking führt, als die eines Kleinwagens. Mit jeder Fahrt, bei der das Handyspiel eingeschaltet ist, wird das statistische Modell etwas genauer.

„Dank einer Förderung des Fonds National de la Recherche durch ihr „Proof of Concept“-Programm konnten wir intensiv forschen und diese Stolpersteine aus dem Weg räumen“, freut sich Frank. Das Proof of Concept-Programm des FNR gibt Universitäten und Forschungsinstituten in Luxemburg finanzielle Unterstützung, , um wissenschaftlichen Ideen weiter zu entwickeln und für Investoren attraktiver zu machen.