LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Der hauptstädtische Gemeinderat hat den Vorschlag des Kulturministeriums votiert

Nachdem das Kulturministerium die Stadt Luxemburg Anfang Januar darüber informiert hat, dass man das Gebäude an der Avenue de la Liberté als „Monument national“ vorschlagen werde, hat der Gemeinderat der Stadt Luxemburg in seiner Sitzung am gestrigen Montag für eine solche Klassierung gestimmt. Nur DP-Politiker Claude Radoux enthielt sich, indes Schöffe François Bausch von déi Gréng bei der gestrigen Sitzung nicht anwesend war.

Claude Radoux war an der vorausgehenden Diskussion beteiligt und warf die Frage auf, ob denn auch Gebäude wie die „Spuerkeess“ oder die Kathedrale beispielsweise klassiert seien. Seiner Meinung nach sei es wichtig, eine Einschätzung zu bekommen und es solle keinesfalls willkürlich entschieden werden. Er forderte auch, dass schnellstmöglich ein Inventar des Arbed-Gebäudes erstellt werde, da schon einige Objekte aus dem Inneren verschwunden seien.

Die anderen anwesenden Gemeinderatsmitglieder waren in diesem Punkt auf der Tagesordnung einer Meinung und äußerten sich positiv über den Vorschlag des Kulturministeriums. Sam Tanson von déi Gréng unterstrich, dass das Prunkstück an der Avenue de la Liberté ein wichtiges Gebäude des kulturellen Erbes in Luxemburg sei. Gleichzeitig forderte sie mehr Kohärenz für das Erhalten von Gebäuden.

„Ein totes Auge“

Die DP-Politikerin Vronny Krieps verwies auf Touristen und insbesondere Besucher aus Japan, die häufig fragen würden, ob denn der Großherzog im prunkvollen Bauwerk wohne. „Das Gebäude ist wie ein totes Auge in der Stadt. In seinem Inneren brennt kein Licht mehr, weil sich niemand mehr dort aufhält.“ Abschließend meldete sich der Bürgermeister Xavier Bettel (DP) zu Wort und gab den Anwesenden klar zu verstehen, dass es nicht viele Nationalmonumente in Luxemburg gebe und dass es sich in diesem Fall ganz klar um eines handele. „Was wir haben, sollen wir behalten und das industrielle Erbe der Stadt soll auch erhalten bleiben.“ Mit einer Einstufung des Gebäudes an der Avenue de la Liberté als „Monument national“ könne man auch sein Innenleben schützen, unterstrich der Stadtvater.

Welche Zweckbestimmung das Arbed-Gebäude bekommen soll, wurde gestern nicht besprochen.