LUXEMBURG
REBECCA BREMIN

Die „Association Luxembourgeoise des Art-thérapeutes Diplômés“ (ALAtD) vertritt als Berufsverband die Interessen der künstlerischen Therapeuten (Kunst-, Musik-, Tanz-, Theatertherapie), um unter anderem auf das Problem der fehlenden Anerkennung aufmerksam zu machen. Sie verfolgt das berufspolitische Ziel der Reglementierung als eigenständige Therapieform, und macht hierzu einerseits Aufklärungsarbeit (Vorträge, Pressearbeit), um den Beruf einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, andererseits organisiert sie interne Maßnahmen zur fachlichen Qualitätssicherung.

„Im Unterschied zu anderen Therapieformen setzen künstlerische Therapeuten präventiv und kurativ non-verbale Medien (Musik, Tanz, Theater, bildnerische Mittel) zur Förderung des Ausdrucks und der Kommunikation, sowie zur Entwicklung von Bewältigungskompetenzen auf der Wahrnehmungs-, Gefühls- und Verhaltensebene ein, und eignen sich besonders als niederschwelliger Zugang für schwer erreichbare Randgruppen und besonders verletzliche Menschen.

Wegen der Coronavirus-Welle musste die für den 14. März geplante Jahresversammlung der ALAtD bis auf Weiteres verschoben werden. Eines der wichtigen Themen wäre die kürzlich von der ALAtD zusammen mit der ,Gesellschaft fir Musiktherapie zu Lëtzebuerg‘ durchgeführte Berufsgruppen-Umfrage zur detaillierten Erfassung der Zahl der künstlerischen Therapeuten und deren Berufsprofile sowie der aktuellen Probleme in der Berufsausübung gewesen.

Auf die ungeregelte Situation der künstlerischen Therapeuten wurde bereits 2019 in der Studie ,État des lieux des professions médicales et des professions de santé au Luxembourg‘ (tinyurl.com/StudieKunsttherapeuten) eingegangen, die im Auftrag des Gesundheitsministeriums durchgeführt wurde.

Darin wurde hervorgehoben, dass aufgrund der zu erwartenden Engpässe im Gesundheitssektor eine multidisziplinäre Aufstellung für die biopsychosoziale Versorgung umso wichtiger werde, und es wurde die Eintragung der künstlerischen Therapien in das Register der Gesundheitsberufe empfohlen. Die Studie betonte, dass künstlerische Therapeuten in der Realität längst als vollwertige Mitglieder multidisziplinärer Teams an der Behandlung von Patienten/Klienten beteiligt sind. Sie sind im klinischen Bereich in psychiatrischen Abteilungen (CHL, HRS, CHNP), auf Palliativ- und geriatrischen Stationen, in der (Neuro)Rehabilitation eingestellt sowie im (Alten)Pflege- und Behinderten- und im sozio-edukativen Bereich oder in der Flüchtlingshilfe. Dennoch arbeiten sie häufig in einer Grauzone. Es fehlt an einer Regelung bezüglich der erforderlichen Qualifikationen, weshalb trotz Interesses häufig keine spezialisierten Stellen geschaffen werden können; schlimmer noch: Dies birgt das Risiko der Rekrutierung von nicht ausreichend qualifiziertem Personal.

Wir fordern mit Nachdruck die Umsetzung der Empfehlungen, damit sich sowohl Institutionen als auch Bedürftige qualifizierte künstlerische Therapeuten leisten können!“

www.alatd.lu