CLAUDE KARGER

„Am Krautmarkt haben DP, LSAP und Grüne kein einfaches Spiel“, meinte gestern die „Wort“-Leitartiklerin. In den Reihen der neuen Majorität fehle es an politischen Schwergewichten. Im Gegensatz zur CSV-Bank, randvoll mit Polit-Routiniers bestückt. Auf den blau-rot-grünen Rängen „fehlen also die erfahrenen ,Arbeitstiere‘, die auch schwierige Dossiers zuverlässig und ohne viel Aufhebens abarbeiten können“, schlussfolgert die Kommentatorin. Na, wenn sie die Neuen da mal nicht unterschätzt. Wir kennen jedenfalls einige „Arbeitstiere“ unter den jungen Abgeordneten, die den Politik-Betrieb auch nicht erst seit gestern kennen. Vielleicht wird es für sie leichter in die Puschen zu kommen als für Ex-CSV-Minister, in die „konstruktive“ Oppositionsrolle reinzuwachsen. Und vielleicht wird am Ende mit dem Bettemburger Häuptling und CSV-General doch noch ein frisches Gesicht in der Opposition landen. Wenn es Chef Juncker doch nach Europa ziehen sollte. Zwar will er weder bei den Europawahlen antreten, noch den Generalsekretär des Europarats geben. Auf die Frage des „Quotidien“, ob er denn die Nachfolge Van Rompuys als EU-Ratschef anpeile meinte er vage: „J‘ai dit que je me trouvais dans un processus de réflexion dont je ne saurais fixer l‘ultime limite“. Ein freier Mann liebt halt offene Türen.