LUXEMBURGINGO ZWANK

Büro- und Privatleben werden immer weiter verschmelzen

Es ist ein Trend, der sich wohl kaum aufhalten lässt: Das „Büro von morgen“ wird mit dem von heute nicht mehr allzu viel gemein haben. Dies ist auf jeden Fall das Expertenergebnis des Zukunftsforums 2015, das vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO veranstaltet wurde. Das traditionelle Großraumbüros mit festgeschriebenen Abläufen, mit den fixen Arbeitsbereichen und starren Bürotischen sowie zeitlich klar vorgegebenen Arbeitszeiten gehören heute bereits in modernen Betrieben der Vergangenheit an - eine Entwicklung, die sich weiter fortsetzen wird.

Schwerpunkt der Büroarbeit verschiebt sich

Denn „der Schwerpunkt der Büroarbeit verschiebt sich von stabilen Abwicklungsprozessen und standardisierten Routinetätigkeiten hin zur Wissensarbeit mit komplexen und sich dynamisch veränderten Aufgaben und Tätigkeiten“, bilanziert das Verbundforschungsprojekt „Office 21“ des Fraunhofer-Instituts. Heißt: Leistungsdruck und Arbeitsdichte nehmen zu und neue Formen der Arbeitsorganisation erfordern mehr Kompetenz, Zusammenarbeit und Selbstorganisation am Arbeitsplatz. „Wer demnächst seinen Arbeitsplatz betritt, muss kein Licht mehr anmachen, denn das Büro verfügt über Ambient Intelligence. Der Raum erkennt, wer ihn betritt, und schafft elektronisch einen individualisierten Arbeitsplatz,“ so die Vision bei KPMG International. Licht, Farbe und Temperatur werden automatisch auf den jeweiligen Nutzer abgestimmt und entsprechend eingestellt. Die Wand wird zu einem riesigen Display, das Smartphone ist mit allen möglichen Gegenständen am Arbeitsplatz vernetzt. Gesteuert wird das alles mit Gesten - vorerst, denn später kommt bestimmt eine Gedankekontrolleinheit hinzu.

Wohlfühlfakor bei Microsoft: „Sie nannten es Arbeit – für uns ist es unser Leben“, so lautet der Slogan des Unternehmens mit Blick auf das Zukunftsbüro. Das Unternehmen setzt darauf, dass der Mitarbeiter nicht länger als nötig am Schreibtisch festgehalten werden muss und doch kreativ und produktiv ist: Schließlich hätten Wissensarbeiter den Vorteil, das richtige Werkzeug stets in der Hosen- und Aktentasche mit sich zu tragen. Wenn man dann aber im Büro sein muss, dann sollte das so auch entsprechend gestaltet sein, „dass die darin arbeitenden Menschen es gerne betreten“, sagt Georg Obermeier von Microsoft zum Unternehmensprojekt Projekt „Neues Arbeiten“.