LUXEMBURG
MARCO MENG

Das Stahlgeschäft zieht rasant an

Bei ArcelorMittal geht es weiter bergauf. Dank steigender Nachfrage nach Stahl und Eisenerz sowie steigender Preise konnte der Stahlhersteller auch im zweiten Quartal seinen Erholungskurs fortsetzen. Auch das laufende Restrukturierungsprogramm, mit dem die Profitabilität gesteigert werden soll, trage Früchte, teilte der Konzern am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahresbilanz mit.

Wegen der guten Marktbedingungen erhöhte der Konzern zudem seine Prognose für das laufende Jahr. Das Unternehmen erwartet nun einen Anstieg um 2,5 Prozent bis 3,0 Prozent. Besondere Erwartungen hat das Unternehmen mit der Entwicklung in China und Russland, während die Situation in den USA und Brasilien pessimistischer gesehen wird.

Der Umsatz von ArcelorMittal stieg im zweiten Quartal auf 17,2 Milliarden US-Dollar nach 14,7 Milliarden Dollar im Vorjahr. Das operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich von knapp 1,8 Milliarden auf 2,1 Milliarden Dollar. Netto verdiente ArcelorMittal im zweiten Quartal 1,3 Milliarden nach 1,1 Milliarden Dollar im Vorjahr; im ersten Halbjahr waren es insgesamt 2,3 Milliarden Dollar. Das ist eine Steigerung gegenüber dem ersten Semester 2016 von 230 Prozent, als noch 696 Millionen verdient wurden.

Wie aus den vorgelegten Zahlen hervorgeht, konnte ArcelorMittal seine Verkäufe im zweiten Quartal mit 21,5 Millionen metrischen Tonnen um zwei Prozent verglichen dem ersten steigern: In Brasilien war es ein Plus von 17,8 Prozent, in Europa von 2,5 Prozent, in Asien 1,1 Prozent. In Nordamerika (NAFTA) allerdings ging der Umsatz um 3,4 Prozent zurück. In Europa legte sowohl das Flach- wie auch das Langstahlgeschäft zu.

Positiv wirkte sich die Veränderung des Stahlpreises aus, der im zweiten Quartal um insgeamt 4,8 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des laufenden Jahres anzog.

In Europa betrug diese Preissteigerung sogar 7,7 Prozent, was die steigende Nachfrage wiederspiegelt.

Schuldenabbau geht weiter

Weil das Unternehmen seine Schulden abgebaut hat, sanken auch die Kosten, die für Zinsaufwendungen. Vom ersten zum zweiten Trimester hat der Konzern seine Schulden um 200 Millionen abgebaut auf 11,9 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahr verringerten sich die Nettoschulden um 0,8 Milliarden Dollar.

ArcelorMittal-Chef Lakshmi Mittal erklärte zur Bilanz: „Wir haben unsere Finanzen in der ersten Hälfte von 2017 deutlich verbessert und fahren damit fort, wichtige Fortschritte auf in unserem „Aktionsplan 2020“ zu machen. Der kürzlich bekanntgegebene Erwerb von Ilva stellt eine einzigartige Chance dar, Werte für unsere Aktionäre zu schaffen.“ Der im Juni besiegelte Kauf des größten Stahlwerks Europas für 1,8 Milliarden Euro will ArcelkorMittal jährlich 180 Millionen Leasingkosten aufwenden, zahlbar in vierteljährlichen Raten.

Zwar hat die EU einiges gegen die Importe von Billigstahl aus China getan, dennoch könnte die heimische Industrie wegen noch immer hoher Stahlimporte nicht voll vom Nachfragewachstum profitieren. Das zu ändern, daran arbeite man, sagt Mittal.