CLAUDE KARGER

Na wo leben wir denn? In einem „Operettenstaat“, wie der „Wort“-Leitartikler gestern vermutete? Dass ihn dieses Gefühl angesichts der unglaublich-ungeheuerlichen „Bommeleeër“-Affäre beschleicht, können wir nur allzu gut verstehen. „Doch welch ein Bild, welch ein Trauerspiel, ja welch eine Blamage, sollte die Anklagebank demnächst tatsächlich so aussehen, wie es die Staatsanwaltschaft vorgezeichnet hat!“, so der Autor, den - zu Recht - die Einstellung diverser hoher Beamter in dieser Angelegenheit auf die Palme treibt: „Haben die Offiziere, die bereits im Zeugenstand bloßgestellt wurden, denn wirklich gar kein Ehrgefühl? Jedenfalls ist es eine Schande für dieses Land“. Ein Land, das dem obersten Chef des „Wort“-Schreibers Angst bereitet. „Le Luxembourg est un Etat archaïque“, meint der katholische Oberhirte in einem Interview mit „Le Jeudi“, „il court un grave danger, celui de la perte d‘intérêt pour la chose politique, du recours à la droite populiste à laquelle je ne trouve rien de chrétien. Je ne suis pas d‘accord avec le CSV“. Und dann diese laizistischen Kreise: „de l‘Eglise de l‘Inquisition, ils ont hérité l‘intolérance“. Derweil seien Intellektuelle Mangelware und: „on magouille trop au Luxembourg“. Wir befinden uns jetzt natürlich in frohester Erwartung, dass die katholische Kirche sich an die Spitze jener schwingen wird, die das alles ändern wollen. Nur zu!