LUXEMBURG
MM

Luxemburg: Gemeinderat gab gestern grünes Licht für den Bau des Wasserturms in Gasperich

Der hauptstädtische Gemeinderat hieß gestern den Kostenvoranschlag in Höhe von 8,7 Millionen Euro zum Bau des neuen Wasserturms in Gasperich gut. Auf allen Bänken freute man sich über diesen ästhetisch schönen Bau, der nach seiner Fertigstellung 66 Meter hoch sein wird. Das Projekt stammt vom Architektenbüro Jim Clemes, in Zusammenarbeit mit dem Büro Schroeder&associés sowie T/E/S/S et Licht Kunst Licht AG.

Besorgte Redner, die eine Energieverschwendung und Lichtüberflutung durch die vorgesehene Beleuchtung befürchteten, beruhigte Schöffin Simone Beissel: Es werde ein „ultra performantes“ Led-System verwendet, das es erlaube die Energiekosten für eine sechsstündige Beleuchtung pro Tag auf weniger denn 3.000 Euro pro Jahr zu beschränken. Außerdem müsse man bedenken, dass der Wasserturm, der zur Wasserversorgung des „Ban de Gasperich“ eingesetzt wird (wo immerhin Gebäude wie das Lycée Vauban, das Fußballstadium, die Trambahn, die Feuerwehrkaserne, Auchan usw. entstehen werden), sich in der Einflugschneise des Flughafens befinde, und also sichtbar sein müsse.

Der Wasserturm, der 1.000 Kubikmeter Wasser wird fassen können, wird an das SEBES-Wassernetz angeschlossen. Das Projekt selber wurde aufgrund eines Architekturwettbewerbs ausgewählt.

Ohne Diskussion wurde ein System zur Fernsteuerung der acht Rückhaltebecken der Stadt angenommen. Kostenpunkt: 2,3 Millionen Euro. Die Arbeiten werden sich auf zwei Jahre erstrecken.

Kostensteigerung

Die meisten Wortmeldungen gab es in Bezug auf den abgeänderten Kostenvoranschlag des Teilbebauungsplan „Anciens ateliers Georges“ in Muhlenbach. Hier wird die Gemeinde eine Reihe Infrastrukturarbeiten durchführen (Kanal, Hauptsammler, Straßen-infrastrukturen, Bushaltestelle usw.). Hatte der initiale Kostenvoranschlag sich auf fünf Millionen Euro belaufen, so wird das Projekt nunmehr mit 7,7 Millionen Euro angesetzt, wovon die Gemeinde Kosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro tragen wird. Es bestand demnach Klärungsbedarf und Schöffin Simone Beissel gab unter anderem zu Protokoll, dass der Bau eines zweiten Rückhaltebeckens erforderlich wurde.

Drei Bäume à 100.000 Euro

Außerdem wurde der Erhalt von drei 30-60jährigen Bäumen von der Forstverwaltung verlangt, was mit Kosten von rund 100.000 Euro pro Baum zu Buche schlagen wird. Würde man die Bäume indes fällen, so müssten 200 neue Bäume an anderer Stelle angepflanzt werden.

Zudem wurde eine unterirdische Galerie entdeckt, in der einst der „Millebaach“ lief, die nun zerstört werden soll.

Dies, die anstehende Mehrwertsteuer-Erhöhung sowie der Umstand, dass inzwischen Zeit der Bauträger gewechselt habe, sowie noch zusätzliche Kosten, hätten zur doch erklecklichen Preissteigerung geführt. Immerhin werden im Endeffekt neun große Wohnblocks entstehen. Der geänderte Kostenvoranschlag wurde mit den Stimmen der Mehrheit angenommen, während die Opposition sich enthielt.

Änderung des PAG

Der Gemeinderat stimmte der Abänderung des Bebauungsplanes der Hauptstadt in mehreren Punkten zu. So wurden die Flächen, auf denen der Ausbau des technischen Lyzeums Emile Metz in Beggen entstehen soll, als Bauland „zur öffentlichen Nutzung“ eingestuft.

Stadt erbt Bauernhof

Gleiches gilt für einen ehemaligen Bauernhof in der Rue de Beggen, der der Stadt vererbt wurde. Im Wohnhaus werden Büros für die Vereinigungen eingerichtet, die sich um hörbehinderte Menschen kümmern. Im angrenzenden Schuppen und den Ställen ist bereits der „Cent Buttek“ untergebracht.

Grünes Licht gab es auch für den Teilbebauungsplan „Auf der Reht - Phase II“ in Gasperich. Auf den Grundstücken, die längs der Straßen J-P Kemmer, Mathias Birthon und Louis de Froment gelegen sind, werden acht Einzelhäuser sowie vier Residenzen gebaut. Zehn Prozent der Wohnungen werden später „à coût modéré“ verkauft werden, also zu Preisen, die 20 Prozent unter dem Durchschnittspreis liegen.

Bambësch-Förster geht in den Ruhestand

Der Forstwirtschaftsplan wurde einstimmig gutgeheißen. Einzig die Tatsache, dass Förster Ed Buchette nach 17 Jahren Dienst im „Bambësch“ demnächst in den Ruhestand tritt, wurde dahingehend kommentiert, dass ihm Dank für die geleistete Arbeit ausgesprochen wurde.

Umorganisation bei der Feuerwehr

Bleibt noch hervorzuheben, dass der Gemeinderat gestern die Abschaffung des Postens eines „Infirmier gradué“ bei der Berufsfeuerwehr beschloss. Die Zeiten hätten sich geändert, so Bürgermeisterin Polfer zur Feststellung, dass der Not-ambulanzdienst vom beigeordneten Feuerwehrkommandanten übernommen werden soll, dessen Stellenbeschreibung sich ebenfalls ändern soll.