LUXEMBURG
TATIANA FABECK, PRÄSIDENTIN „VALENTINY FOUNDATION“

„Unser Ziel ist es, Architektur mehr in den Vordergrund zu stellen, weil Architektur unsere Umwelt sehr stark prägt. In ihrem Wirken ist die Stiftung klar auf die Sensibilisierung für Architektur gerichtet, aber auch auf kulturelle Veranstaltungen. Zudem liegt der Fokus auf pädagogischer Arbeit und innerhalb dessen auf dem ‚Valentiny Award‘, der ein großer Erfolg ist, und auf Workshops für Kinder der Gemeinde Schengen. Die Stiftung versteht sich als Ort des Zusammentreffens und der Synergien, an dem jede Idee willkommen ist. Für die Zukunft haben wir uns das Ziel gesetzt, bestimmte Tätigkeitsbereiche genauer auszuarbeiten, unser Profil zu schärfen und uns mehr mit thematisch verwandten Institutionen abzustimmen. Neben der ‚Valentiny Foundation‘ gibt es das LUCA (,Luxembourg Center for Architecture‘) und das ‚Forum da Vinci‘, Residenz der ,Association da Vinci‘ und des ,Ordre des Architectes et des Ingénieurs-Conseils‘ (OAI): Hauptsächlich sind es diese drei großen Organismen, die in den vergangenen Jahren für mehr Wertschätzung für Architektur gesorgt haben.

Architektur muss im Dienst des Menschen stehen. Doch bedeutet eine bauliche Lösung durch einen  Architekten nicht immer per ipso facto eine gute Lösung. Bei Architekten und Bauherren gibt es verschiedene Ansprüche, wenn sie aber in einem Projekt aufeinandertreffen und jenseits egoistischer Maßnahmen in die gleiche Richtung gehen und den Raum mehr mitprägen wollen als über eine bloße Hülle, dann entsteht Architektur. Für die Allgemeinheit ist es ganz wesentlich, dass anspruchsvolle Gebäude entworfen und gebaut werden. Faktoren wie Langlebigkeit, Akzeptanz sowie gute Raum- und Lichtverhältnisse sorgen für das Wohlbefinden des Menschen. Weil es bei Architektur um den Menschen geht, ist auch das Zusammenspiel von unbebautem Raum, Gebäuden und deren Ausstrahlung wichtig. Dabei muss eine Auseinandersetzung mit Kontext, Zweck, Klima, Budget und technischen Anforderungen stattfinden. Das muss nicht heißen, dass extravagante Schönheit vorgeht, auch ein Zweckbau, ein einfaches und effizientes Gebäude, kann sehr schön sein. Dabei darf man aber nicht den Fehler begehen und das Gebäude nur als Objekt zu betrachten und nicht die Beziehung zwischen Innen- und Außenraum, denn Lichtverhältnisse und Aspekte wie Relief oder Aussicht sind sehr wichtig.

Die Qualität des öffentlichen Bauens in Luxemburg ist hervorragend, wir haben den großen Vorteil, dass die Gebäude im Großen und Ganzen anspruchsvoll sind und die Qualität beim öffentlichen Bauen hoch angesetzt ist. Daher hat Luxemburg in den vergangenen 15 Jahren durch die größeren kulturellen öffentlichen Bauten auch ein anderes Image bekommen, denn diese sind sehr gut gebaut und bildprägend.“

 Weitere Informationen unter www.valentiny-foundation.com