LUXEMBURG
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„Mumien - Der Traum vom ewigen Leben“ im MNHA

Mumien üben seit Jahrtausenden eine sehr große Faszination auf die Menschen aus. Allerdings verbinden die allermeisten die Bestattungstechnik nur mit der alten ägyptische Kultur. Dabei gab es auch Mumifizierungspratiken in Kulturen Asiens, Amerikas und im Pazifikraum. Das „Musée Nationale d’Histoire et d’Art“ (MNHA) zeigt bis zum 10. Januar kommenden Jahres die Ausstellung „Mumien - Der Traum vom ewigen Leben“.

Weltweit größte Ausstellung

Es handelt sich um die weltweit größte Ausstellung zum Thema Mumien und Mumifizierung. Sie wurde von den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (REM) konzipiert und dort vom 30. September 2007 bis 18. Mai 2008 gezeigt und vom „German Mummy Project“, einem interdisziplinären, an den REM verorteten Forschungsprojekt, vorbereitet und durchgeführt, welches Anfang 2004 seine Arbeit aufgenommen hat. Mannheim hat sich seitdem als ein Zentrum für internationale Mumienforschung etabliert.

Mehr als 30 Mumien sind bis heute von einem internationalen Team von Experten verschiedener Disziplinen -Anthropologie, Anatomie, Medizin, Chemie, Physik, Biologie und Genetik- mit der Hilfe moderner Forschungsmethoden untersucht worden. Mumien sind einzigartige Archive der menschlichen Existenz. Ihre Erforschung ermöglicht es, den Lebensstil und die Kultur des Individuums zu verstehen.

Das MNHA hat für die aktuelle Ausstellung mit den Museen aus Mannheim zusammen gearbeitet. In der kultur- und naturgeschichtlichen Gesamtschau werden zahlreiche Facetten und geschichtliche Epochen behandelt: Von A wie Ägypten über M wie Moorleichen bis Z wie Zukunft. Das Museum in der Hauptstadt zeigt 70 Mumien, zahlreiche Begleitfunde und wertvolle Grabbeigaben von hochkarätigen Leihgebern aus Europa und Übersee

Die Gesamtschau liefert außerdem einmalige und faszinierende Einblicke und präsentiert darüber hinaus neue Forschungsergebnisse.

Ende des Dornröschenschlafes

Parallel zu der großen Mumien-Ausstellung zeigt das MNHA die Ausstellung „Von den Ufern des Nil nach Luxemburg“ mit altägyptischen Objekten aus der eigenen Sammlung. Diese so genannten Aegyptiaca kamen als Schenkungen während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ins Museum und waren nach der Neugestaltung des MNHA in den 80er und 90er Jahren dort nicht mehr ausgestellt.

Teile davon waren jedoch 2003 bis 2004 als dekorative Elemente in der Ausstellung „Le Grand Ouvrage“ in der luxemburgischen Nationalbibliothek zu sehen. Die Aegyptiaca des MNHA stammen aus Tempeln und Gräbern, das älteste Objekt aus dem 4. Jahrtausend v. Chr., das jüngste aus der römischen Zeit. Neben zwei mumifizierten Körperteilen gehören Teile von Särgen und Mumiennetzen zu dieser Sammlung.


www.mnha.lu