PASCAL STEINWACHS

Im Abgeordnetenhaus geht es in öffentlichen Sitzungen zwar zuweilen etwas rustikal zu, spielen die Volksvertreter*innen doch einen Großteil der Zeit an ihrem Smartphone rum, lesen Zeitung, rufen dem gerade am Rednerpult parlierenden politischen Gegner Frechheiten zu oder tun so, als würden sie zuhören/nachdenken/arbeiten, aber im Vergleich zu ihren argentinischen Kollegen sind sie brav wie die Lämmchen. Im dortigen Parlament war jetzt nämlich während einer per Videoschalte abgehaltenen Sitzung zu sehen, „wéi de Juan Emilio Ameri senger Fra d‘Brëscht geheemelt a gekusst huet“, wie RTL.lu die Chose gestern zusammenfasste. Der Parlamentarier hatte jedoch eine prima Ausrede: Er sei überzeugt gewesen, nicht online gewesen zu sein, da es in seiner Region häufig Internet-Ausfälle gebe. Fazit: In der „Chamber“ ist noch gehörig Luft nach oben - vor allem aber kann Politik auch Spaß machen!
Immer noch Spaß an seiner Arbeit hat bekanntlich auch Jean Asselborn, der vorgestern vom Österreichischen Rundfunk interviewt wurde. Dabei wurde er als Minister vorgestellt, der mehr als 300.000 Kilometer pro Jahr in Ausübung seines Amtes zurücklege, „fast so viel wie die Entfernung zum Mond“, sowie 12.000 km im Jahr mit seinem Rennrad durch Europa radle. Da kann Sebastian Kurz einpacken...