LUXEMBURG
MARCO MENG

Deutliches Plus dank höherer Milchpreise - bleiben die aber stabil?

Dank der höheren Verkaufspreise verzeichnete die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods ein starkes Jahr 2017. Das Unternehmen konnte demnach seinen Genossenschaftsmitgliedern, zu denen auch 200 Bauern aus Luxemburg gehören, im Vergleich zum Vorjahr einen um 27 Prozent höheren Milchpreis bezahlen. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Der Konzernumsatz stieg um 8,1 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss lag bei 299 Millionen Euro.

„Am wichtigsten war, dass wir deutlich höhere Milchpreise an unsere Genossenschaftsmitglieder zahlen und unsere Bilanz stärken konnten“, bilanziert laut Pressemiteilung Peder Tuborgh, Geschäftsführer von Arla Foods.

Internationales Geschäft wächst

Zum Konzernumsatz erklärt Natalie Knight, CFO von Arla Foods: „Unser kontinuierlicher Geschäftsausbau in internationalen Märkten trug 2017 stark zum Konzernumsatz bei.“

Der Geschäftsbereich International (außerhalb Europas), der 16 Prozent des Gesamtumsatzes von Arla Foods ausmacht, entwickelte sich 2017 sehr stark. Der Absatz in diesem Bereich erzielte eine Umsatzsteigerung von 13,2 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchstwert von 1,63 Milliarden Euro. Europa, Arlas größter Absatzmarkt, verzeichnete in 2017 ebenfalls eine gute Entwicklung mit einer Umsatzsteigerung von 3,9 Prozent auf 6,57 Milliarden Euro.

Stabiler Ausblick für 2018

Auch 2018 soll der kürzlich bekanntgegebene Investitionsplan in Höhe von 527 Millionen Euro das Markenwachstum und das internationale Geschäft vorantreiben.

Bedingt durch höhere Milchmengen und einen verbesserten Produktmix werde der Umsatz im Jahr 2018 voraussichtlich auf einem vergleichbaren Niveau liegen - zwischen 10,0 und 10,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen strebt auch 2018 einen Jahresüberschuss von 2,8 Prozent bis 3,2 Prozent des Umsatzes an. Pronsfeld im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist der größte Produktionsstandort von Arla weltweit. Pro Tag werden dort 4,2 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet.

Fast die Hälfte der luxemburgischenMilch geht an Arla

Obwohl die Zahl an Betrieben mit Milchproduktion in Luxemburg von einst mehr als 6.000 auf inzwischen knapp unter 700 gesunken ist, ist der Kuhbestand nahezu gleich geblieben - die erzeugte Milchmenge hat laut Service d’Economie Rurale des Agrarministeriums 2016 (neuste Zahlen) mit 376.000 Tonnen ein Rekordvolumen erreicht. Wie Arla dem „Journal“ mitteilte, lieferte 2017 die Milchbauern aus Luxemburg 151.000 Tonnen Milch an die Genossenschaft. Rekordproduktion und doch höhere Preise, wie passt das zusammen? Seit der Abschaffung der Milchquote zum 31. März 2015 darf jeder Produzent soviel Milch produzieren, wie er will. Auf längere Sicht wird das den Preis drücken, so wie er noch in den letzten Jahren eingebrochen war, weshalb viele Milchbauern aufgaben. Tatsächlich hat seit 2015 die EU einige hundert Millionen Tonnen Milchpulver aufgekauft, um die drastisch sinkenden Milchpreise zu stabilisieren. Diese Millionen Tonnen an Milchpulver sind derzeit europaweit eingelagert - und sollen irgendwann auch wieder verkauft werden.