Die gleichen Sätze, die wir an dieser Stelle schon im vergangenen Jahr zum offiziellen Start des politischen Sommerlochs schrieben, können wir praktischerweise auch an diesem Augustanfang, wo sogar die „Présidence“, der heimliche Stolz eines jedes waschechten Luxemburgers, im Tiefschlaf liegt, guten Gewissens noch einmal verwenden. Nämlich dass es am letzten Freitag noch einmal lecker Crémant und Knabberzeugs für die so genannte Briefingpresse gab, ehe sich das Bettel/Schneider-Kabinett - zumindest was die Organisation von Regierungsräten anbelangt - bis zum 4. September in die je nach Ressort wohl- bis weniger wohlverdienten Sommerferien verabschiedete. Dies nachdem es seit Jahresbeginn innerhalb von 29 Zusammenkünften insgesamt 105 Gesetzesprojekte und 171 großherzogliche Verordnungen angenommen hat - gar nicht mal so schlecht.
Dass der Regierungsrat - und auch das ist nichts Neues - sich in die Sommerpause zurückgezogen hat, will aber natürlich nicht heißen, dass jetzt gleichzeitig auch alle Minister und Staatssekretäre gleichzeitig außer Landes sind. Wer in der Politik einigermaßen nämlich erfahren ist, der bleibt während der Hundstage sowieso zu Hause. Nicht unbedingt nur, um Dossiers aufzuarbeiten oder um arbeitstechnisch verlorenes Terrain gutzumachen, sondern um Werbung für sich selbst zu machen, ist während der Saure-Gurken-Zeit doch auch dem letzten politischen Hinterbänkler ein gewisses Medieninteresse gewiss, wenn er sich nur klug genug anlegt. Wer etwas auf sich hält, der organisiert seine Pressekonferenzen dann auch prioritär im August, am besten verbunden mit irgend einer Besichtigung, bei der sich ganz viele tolle Fotos schießen lassen, so wie dies zuletzt, aber das war noch vor dem offiziellen Beginn des Sommerlochs, Landwirtschaftsminister Etgen getan hat, der sich beim Mähdrescherfahren abknipsen ließ. Den Bogen raus hat inzwischen gottlob aber auch Staatssekretärin Closener, die, nachdem sie in der Vergangenheit mit ihren CD-Nummernschild/Schneeketten- und Arloner Schießstand-Kapriolen etwas zu stark ins Don’ts-Fettnäpfchen getreten war, in dieser Woche schön brav gleich zweimal vor die Presse trat, und damit an gleich an zwei Tagen die Nachrichtenhoheit innehatte. Gleiches dürfte von der morgigen Pressekonferenz der Gesundheitsministerin zu erwarten sein, wenn Lydia Mutsch der Öffentlichkeit verklickern wird, warum Tattoos und Piercings, Brandings und Cuttings, sowie Sonnenstudios zumindest für Minderjährige des Teufels sein sollen.
Stinknormale Abgeordnete haben es im Sommerloch indes weitaus schwerer, auf sich aufmerksam zu machen, können diese doch eher keine Pressekonferenzen organisieren, sondern müssen sich mit dem Verfassen von parlamentarischen Anfragen begnügen. Von der Presse erwähnt werden diese allerdings nur, wenn eine ministerliche Antwort vorliegt, und diese lassen im Sommer auf sich warten.
Ach ja: Nach jahrzehntelanger Beziehung haben sich nun auch noch die resolute Sau-Diva Miss Piggy und die vorlaute Quasselstrippe Kermit getrennt. Im Sommerloch ein absolutes Aufmacherthema...


